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52.
Strasserhauptsonderschau 2008 in Schwäbisch Hall
Die 52.
Hauptsonderschau der Strassertauben führte uns dieses Jahr nach Schwäbisch
Hall. Mit der Gartenschauhalle stehen in dieser Kleinstadt ausgezeichnete
Räumlichkeiten mit den entsprechenden Nebenräumen für Tierschauen zur
Verfügung. Es bleibt nur zu hoffen, dass durch die Renovierung und Umbauten
an diesem Gebäudekomplex der Charakter dieser Halle für die Nutzung durch
Tierschauen weiterhin erhalten bleibt. Die beiden Ausstellungsleiter Helmut
Metzner und Wilhelm Hagenmüller haben uns Strasserzüchtern eine hervorragend
durchgeführte Ausstellung geboten. Dafür danken alle angereisten
Strassertaubenfreunde! Es war schon beeindruckend, wie beide ihre Mitglieder
vor Ort und deren Angehörigen, die eigenen Familien und alle Zuchtfreund des
Bezirks motiviert und eingespannt haben. Wir wurden in der Halle bestens
versorgt. Zum aus räumlichen Gründen ausgelagerten Züchterabend in der
Festhalle Bibersfeld hatte unser in der Bewirtung von Preisrichtern und
Züchtern äußerst erfahrene Züchter schwarzer Strasser, Rudolf Erras, seinen
ganzen Küchenstab, die Verpflegung, den Gerstensaft und auch die an die
Strasserzüchter gewöhnte Kapelle - Safari - aus Kasendorf bei Kulmbach
-eingeflogen-, - ebenfalls eine logistische Leistung !
Die Strasser blau ohne Binden waren
auf der 52. HSS der Strassertauben mit insgesamt 665 Tieren angetreten:
210,293 Jungtiere und 74,88 Alttiere. Die Jungtäuberklasse wurde von Peter
Rehm und Siegfried Grenz bewertet. 46 davon, das waren rund 20 Prozent,
konnten die Note sg nicht erreichen. Das waren Täuber, die zu klein waren,
keine Brusttiefe zeigten oder die Brust stark anzogen. Aber auch
Zeichnungsfehler (unreine Schenkel, geputzte Zopfansätze), Schilf in den
Schwingen, aufgehellter Rücken, breiter Unterschnabel, flache Köpfe, zu
schmale Stirnpartien führten zu niederen Noten. In der Spalte der Wünsche
tauchten folgende Einträge auf: Brust tiefer, Unterlinie voller,
Hinterpartie kürzer (häufiger), kräftiger in der Hand, Keilgefieder
anliegender, Halsgefieder geschlossener, mehr Kopfsubstanz, mehr
Kopfrundung, Rückenfarbe intensiver, Augen freier (Ansatz zu Augenschirmen).
Die weit größere Zahl der Jungtäuber zeigte jedoch ein sehr einheitliches
Bild, prima Form und einwandfreie Zeichnung, dazu das unseren Strassern
eigene schöne Taubenblau. Die drei mit v herausgestellten Jungtäuber stellen
Dr. Dirk Wienecke, Lothar Bullirsch und Wilhelm Hagenmüller. Mit hv
bewertete Jungtäuber zeigten: Gerald Wudi (zweimal), Dr. Dirk Wienecke,
Ronald Kollhoff und Sonja Bürzer. Die 74 hohlblauen Alttäuber bewertete
Manfred Schatz, 33 davon konnten die Schwelle von 93 Punkten nicht
erreichen, das waren rund 45 %. Das waren Täuber mit wenig Brustfülle,
farbigem Schenkelgefieder, Pfeffer in der Bindengegend, zu heller
Rückenfarbe, melierter Keilfarbe, wenig Stirnsubstanz, breitem Unterschnabel
und „offenem“ Nackengefieder. Auch in der Spalte der „Wünsche“ tauchten
diese in moderaterer Form auf: mehr Körpervolumen, Gefieder straffer,
Rücken- farbe intensiver, Schwingenfarbe satter, Rücken abgedeckter, mehr
Oberkopfrundung, Stirn substanz- voller. Josef Kreutmair und Maik Kolbmüller
stellten je einen mit v herausgestellten Alttäuber, Dr. Walter Haupt und
Wilhelm Hagenmüller je einen mit hv bewerteten 1,0 alt. Günter Stolte und
Hartmut Lorenz durften sich mit den 293 blauen Jungtäubinnen ohne Binden
auseinandersetzen. 43 davon konnten die Note sg nicht erreichen, das
entspricht rund 15 %. Das zeigt aber auch, dass die Täubinnen meist die
besseren Formentiere sind, durch schöne volle Unterlinien und kurze,
kompakte Figuren überzeugen. Täubinnen, die die Brust stark anziehen, treten
wesentlich seltener auf. Die Täubinnenklassen sind bei den Strassern häufig
sehr ausgeglichen. Trotzdem gab es auch hier Eintragungen in der
Mängelspalte: insgesamt zu lang, 11 Handschwingen, blaue Bauchfarbe,
aufgehellte Schnabelfarbe, Scherenschwingen, Pfeffer in der Bindengegend. In
der Rubrik „Wünsche“ waren folgende Eintragungen zu lesen: im Stand etwas
tiefer, geht in Abwehrstellung, Schenkel reiner weiß, Rücken abgedeckter,
Flügellage straffer, Rücken- bzw. Schwingenfarbe intensiver, mehr
Kopfsubstanz, mehr Kopfwölbung, Augenfarbe lebhafter. Die mit v
herausgestellten Jungtäubinnen stellten Dr. Dirk Wienecke, Sonja Bürzer,
Josef Fischer und Hans-Joachim Bergmann. Vier weitere Jungtäubinnen errangen
die Note hv: Wolfgang Hannß, Ronald Kollhoff, Eitel Hainich und G. und P.
Busch. 0,88 Strasser, blau o. Bd. alt, wurden von Karl Gerhard bewertet, 5
davon konnten die Note sg nicht erreichen, das sind rund 6 %. Dafür waren
nicht figürliche Mängel verantwortlich, sondern eher Zeichnungsprobleme:
unreines Schenkelgefieder, Halsgefieder zu locker, weiße Krallen. Ebenso
verhielt es sich bei den Wünschen: Stirn betonter, (mehrmals) im Gefieder
fester, Schildfarbe reiner, Kopf substanzvoller, mehr Scheitelhöhe,
Schwingen- und Rückenfarbe intensiver, Schildfarbe reiner, Latz nicht
größer, rauer Nacken. Insgesamt wurden in dieser Abteilung 2 Täubinnen von
Hellmut Schulze und Siegfried Schonnop mit v herausgestellt, sieben weitere
Täubinnen errangen die Note hv: Sonja Bürzer (2x), Karl Schlein, Hellmut
Schulze, Dr. Walter Haupt, Wilhelm Hagenmüller, Wilhelm Hirschmann. Diese
Qualitätsdichte verwundert nicht, finden wir doch in dieser
Alttäubinnenklasse jeweils die Spitzentiere der vergangenen fünf
Ausstellungsjahre wieder.
Insgesamt 64 blaue Strasser mit schwarzen
Binden (25,27 jung und 5,7 alt) fanden sich zur HSS ein und wurden von
Manfred Schatz bewertet. –Es ist sicher nicht leicht, eine Taube in der
Größe des Strassers mit Binden zu züchten, denn mit Bindenfragmenten wie bei
anderen schweren Formentaubenrassen sind wir nicht zufrieden. Wenn wir auch
keine Binden wie Peitschenhiebe verlangen, sie müssen beide durchgehend
sein, dürfen oben nicht zusammenlaufen und sollen annähernd parallel
angeordnete sein. Dazu ein glatter Bindenabschluss, frei von jeglichem
Rostanflug. Diesen Ansprüchen stellten sich diesem Jahr 13 Züchter, wobei 56
Tiere von 8 Ausstellern vorgestellt wurden, die restlichen 8 von 5 weiteren
Züchtern mit Einzelexemplaren. Die rund 33 Prozent (genau 22) der Tiere, die
die Note sg nicht erreichten, hatten überwiegend Mängel in unreiner
Schenkelfarbe, nur vereinzelt durch zu wenig Brust- und Stirnsubstanz. Es
gab auch keinen Totalausfall in der Bindenführung, jedoch durften einige
Täuber im Habitus maskuliner sein. In der Spalte der Wünsche fand ich bei
den 1,0 auf den Bewertungskarten: mehr Brusttiefe, Stirn substanzvoller, im
Gefieder straffer, Keilfarbe satter, Binden gleichmäßiger, zweite Binde
durchgehender, Nackengefieder glatter. – Klaus Ahl stellte einen mit v
bewerteten Jungtäuber und einen Alttäuber mit hv, während Eckhard Rübestahl
auf einen Jungtäuber hv errang. – Die nicht zu hohen Ehren gekommenen
Täubinnen hatten eine trübe Augenfarbe oder waren in der Stirnpartie nicht
substanzvoll genug. Einige der Täubinnen wurde folgende Wünsche attestiert:
gedrungener im Körper, mehr Körpervolumen, Hinterkopfzeichnung harmonischer,
(mehrmals) sollte im Rücken besser abdecken, straffer im Gefieder, Keil oder
im Hinterhals. Die Alttäubinnen zeigten durchweg sg Binden, waren auch im
Gefieder relativ straff. – Eckhard Rübestahl errang auf 0,1 jung v STB,
Stefan Kneißl und Klaus Ahl jeweils hv auf Jungtäubinnen, während Klaus Ahl
noch auf eine „alte Dame“ hv für sich verbuchen konnte.
Großer Beliebtheit erfreuen
sich nach wie vor die blaugehämmerten Strasser, sie waren mit 145
Exemplaren angetreten (43,56 jung und 18,28 alt) und wurden von Hansjörg
Gradert bewertet. Die Attraktivität dieses Farbenschlages macht neben der
harmonischen Figur die Hämmerungsverteilung aus, die bei uns
Strasserzüchtern 5 : 3 (Hämmerungsfarbe : blau) gewünscht wird. Es gibt
Zuchten, die sich ausschließlich blaugehämmerten Strassern widmen, aber auch
Züchter der blauen Strasser ohne Binden, die stets einige blaugehämmerte
Tiere in ihrer Zucht eingebaut haben, um so in ihrer Zucht hohlblauer
Strasser eine intensive Rücken-, Keil- und Schwingenfarbe zu gewährleisten.
Dieses Rezept wurde nahezu von allen führenden blauen Strasserzüchtern Mitte
des letzten Jahrhunderts erfolgreich praktiziert. In diesem Fall treten auch
weniger farbige Schenkel auf, während die Züchter, die sich fast
ausschließlich mit den blaugehämmerten Strassern beschäftigen, aufgrund der
größeren Auswahl bei den Leistungspreisen dann meist die Nase vorn haben. –
Die 4 mit v bewerteten Tauben und 7 weitere hv-Tiere zeugten vom hohen
Zuchtstand dieses so attraktiven Farbschlages. 11 Jungtäuber und 3 Alttäuber
konnten die Note sg nicht erreichen. Ihnen mangelte es am Körpervolumen, zu
wenig Brustfülle oder Kopfsubstanz, weißen Federn im Keil und aufhellender
Schnabelfarbe. In der Spalte der Wünsche bei den mit sg bewerteten Täubern
dominierten nicht die figürlichen Wünsche (einige sollten kürzer im Körper
sein oder mehr Brustfülle zeigen), sondern es wurden vom SR notiert:
(mehrmals) markanter in der Hämmerung, Kopf gerundeter, im Habitus
maskuliner, Keilgefieder fester, Schenkelgefieder reiner, Bindenfarbe
intensiver, Schwingenfarbe reiner, besser im Rückenschluss, Flügelhaltung
straffer, störendes Abwehrverhalten, Halsgefieder glatter, Iris feuriger.
Einige der Tiere sollten auch im Gefieder etwas straffer sein. V auf
Jungtäuber errang Josef Saller, v auf Alttäuber jeweils Johann Scherer und
Wilhelm Hagenmüller. Mit hv bewertete Jungtäuber stellten Alois Kleeberger
und Josef Saller, mit hv bewertete Alttäuber Wilhelm Hagenmüller und Hans
Bürzer. In den Täubinnenklassen errangen nur 14 von 84 Tieren nicht
mindestens 93 Punkte, das sind rund 17 %. Einige der Jungtäubinnen sollten
im Gefieder straffer sein, bei anderen fiel ein Abwehrverhalten negativ auf,
das drückt sich durch anziehende Brust und lockeres Gefieder aus. Die
überwiegende Mehrzahl der Jungtäubinnen glänzte jedoch durch sehr gute
Figur. Niedere Noten gab es bei den blaugehämmerten Jungtäubinnen wegen
farbigem Bauch- und Schenkelgefieder, zu heller Hämmerung, Bindenrost und
mangelnder Rückenabdeckung. Folgende Wünsche hatte der amtierende SR in der
Spalte der Wünsche notiert: insgesamt kürzer, Unterlinie voller, etwas mehr
Körpervolumen, mehrmals straffer im Gefieder, Kopf gerundeter, Stirn
substanzvoller, Bindenfarbe intensiver, Latz bzw. Kopfzeichnung voller. –
Überzeugen konnten die „alten Damen“ dieses Farbenschlages mit straffem
Gefieder und prima Hämmerungsverteilung. Mit v wurde eine Jungtäubin von
Hans Bürzer herausgestellt, während Alois Kleeberger eine mit hv bewertete
Jungtäubin vorstellte. Hans Bürzer und Wilhelm Hagenmüller stellten jeweils
eine mit hv bewertete Alttäubin vor.
Siegfried
Grenz
Die 413 Strasser
schwarz waren nach bloB der zweitstärkste Farbenschlag und auch trotz
Abwesenheit der Spitzenzucht der letzten Jahre, war ein Qualitätsrückgang
nicht erkennbar. Sicher ist dies ein Indiz, dass auch in diesem Farbenschlag
die Spitze erfreulicherweise immer breiter wird. Bei den von Franz Nömmer
bewerteten 140 Jungtäubern erhielt Fischer v 97 STB. Die hv –Tiere stellten
Helmut Metzner 2x, Josef Fischer 2x, Wilhelm Hagenmüller und Hans Redel.
Neben prima Formentieren mit den entsprechenden Strasserköpfen waren doch
auch des Öfteren Wünsche nach mehr Brusttiefe, kürzere Hinterpartien und
mehr Stirnbreite angebracht. Nacken - und Keilgefieder, Rückendeckung,
vereinzelt auch Augenfarbe und Standhöhe mussten außerdem unter den
Wünschenerwähnt werden. Drei ansonsten wirkliche Klassetäuber kamen zu Recht
wegen reichlich Violettlack und weniger Lackfarbe auf dem Schild nur auf 95
Punkte. Zu niederen Noten führten Mängel wie: zu wenig Körpergröße, lange
Hinterpartie, flache oder schmale Stirn, zu loses Gefieder. Bei den von
Wolfgang Schwegler bewerteten 40 Alttäubern hatten Wilhelm Hagenmüller mit V
97, Helmut Metzner mit V 97 und HV 96, sowie Dieter Wurster mit HV 96 die
Nase vorne. Vorgestellt wurden kräftige Typen mit meist prima Lack-, Augen-
und Randfarbe sowie z.T. auch den ent- sprechenden Köpfen. In der Rubrik
Wünsche waren aufgeführt: Haltung waagrechter, mehr Brusttiefe. Das raue
Nackengefieder macht auch diesem Farbenschlag zu schaffen und führte zu
niedrigen Noten. Die insgesamt 196 Jungtäubinnen wurden von den SR Josef
Kreutmair und Karl Gerhard bewertet. Der überragende Sieger in dieser Klasse
war Helmut Metzner mit 3 mal V97 STB. Gefolgt von Josef Fischer, Ruppert
Schlittenbauer, Ludwig Rucker, Siegfried Fuchs und Ernst Ahrens mit Hv 96.
Tiere mit Mängel wie schmaler Stirnansatz, starke Abwehrstellung verbunden
mit aufrechter Haltung, offenes Nackengefieder, zu breiter Unterschnabel,
flache Brust, zu wenig Grünlack, zu lockeres Gefieder, schmaler Körper oder
zu langer Hinterpartie wurden zu recht mit unteren Noten bewertet. Bei
einigen ansonsten feinen jungen Damen verhinderte der Wunsch „Unterschnabel
im Ansatz schmaler“ Noten über sg 95. Im Wunschbereich waren außerdem
aufgeführt: Rücken abgedeckter, mehr Brusttiefe, Nackengefieder glatter,
Keil geschlossener, mehr Lack, Hinterpartie kürzer und Stand breiter. Von
den 37 Altäubinnen mit denen sich SR Klaus Ahl auseinanderzusetzen hatte,
erreichten nur drei nicht die Note „sg“. Volker Tamke überzeugte mit V 97
auf eine feine alte Dame. Ihm am nächsten kamen Siegfried Dürre und Nikolaus
Kohl mit jeweils Hv 96. Zur Abstufung trugen Wünsche nach strafferem
Halsgefieder, mehr Rückendeckung, sattere Schwingenfarbe oder strafferem
Keilgefieder bei.
Herbert
Allersdorfer
Bei den Roten 80 / 107 jung und 28 /
44 alt konnten die Verbesserungen der letzten Jahre gefestigt werden,
vorwiegend in der Form und den Köpfen. Dennoch sollten einige noch etwas
tiefer stehen. Auch sollte noch mehr Acht auf eine korrekte Augenfarbe
gelegt werden, denn mit braunen oder grünen Augen kann keine sg Bewertung
erzielt werden. Eine gleichmäßige intensive rote Farbe mit etwas Lack bei
einer glatten Schildfeder sollte weiter angestrebt werden, dass es geht
zeigen uns schon ein beachtlicher Teil der ausgestellten Tiere. Blauer
Anflug im Keil und Blaueinlagerungen in den Außenfahnen der Ortfedern konnte
weiter zurückgedrängt werden, jedoch sollte auf eine satte Schwingenfarbe
mehr Augenmerk gelegt werden. Wenige Tiere hatten Unterschnabelprobleme die
gestraft werden mussten, diesem Problem sollte aber weiterhin hohe Beachtung
geschenkt werden. Auch die Schnabelfarbe muss reiner werden. Hier waren bei
ca. 15 % der Tiere Wünsche offen. Dem Problem einer haarigen Nackenfeder und
eines zu offenen Nacken wie auch einem zu offenen Keilgefieder müssen wir
uns stellen und entgegenwirken, dass das nicht von Heute auf Morgen
passieren kann, dürfte Jedem klar sein. Bei den jungen Täubern, von
Sonderrichter K.-H. Sommer bewertet, war der Großteil der gezeigten Tiere in
Körper- und Kopfgröße in Ordnung. Einige sollten jedoch mehr Brustrundung
und mehr Unterlinie zeigen. Für zu loses Nackengefieder und zu raue
Schildfeder wurden unter Noten vergeben. Auch der Wunsch nach tieferem Stand
musste mehrfach vermerkt werden. Dass wunderschöne, dem Ideal sehr nahe
kommende Tiere erzüchtet werden können, bewiesen die Spitzentiere mit „V“
von P. Zarte und A. Söllner. Auch die mit 95 Punkten bewerteten Tiere waren
Spitze. Ausgeglichener als die 1,0 jung zeigten sich die von A. Mages
bewerteten Alttäuber, nur drei konnten kein sg erreichen. Die Wünsche waren
meistens in mehr Brusttiefe, glattere Schildfeder und im tieferen Stand.
Über „V“ freuten sich M. Fischl und P. Zarte, „HV“ P. Zarte. Die roten
Jungtäubinnen, die ebenfalls von A. Mages bewertet wurden, zeigten sich wie
schon in den Vorjahren ausgeglichener als die männlichen Vertreter ihres
Farbschlages. Sehr gute Formen mit korrekter Haltung und glatter Feder
zeichneten den überwiegenden Teil aus. Wünsche nach glätterem Halsgefieder
(Wirbelbildung) und reinerer Schnabelfarbe waren ausschlaggebend für die
Abstufung. Bei knapp einem Fünftel waren Wünsche bzw. Mängel in der
Augenfarbe, manche matt bräunlich oder auch grünlich. Hier sollte in Zukunft
wieder mehr darauf geachtet werden. Über „V“ konnte sich W. Steen freuen.
„HV“ erreichten A. Söllner, G. Ludwig (2x) und E. Hutterer. Die Klasse der
von K.-H. Sommer bewerteten Alttäubinnen zeigte sich auf einem hohen Niveau.
Tiere mit angezogener Brust, fehlender Unterlinie, zu wenig Stirn oder
Kopfsubstanz sowie zu rauer Schildfeder wurden zurückgestuft. Bei einigen
wurden auch Wünsche in der Schnabelfarbe und im Keilgefieder anliegender
vermerkt. „V“ wurde für eine 0,1 von H. Arenz vergeben. „HV“ erzielten J.
Wohlrab, H. Achhammer und O. Schwaiger. Die Gelben mit 88 /112 jung
und 20 / 29 alt zeigten sich auf dem Niveau der letzten Jahre. Form, Kopf
und Größe waren überwiegend in Ordnung, dennoch sollte auf etwas mehr
Vorbrust und Brusttiefe geachtet werden. Im Stand müssten einige ebenfalls
etwas breiter und tiefer stehen. Die Federstruktur auf dem Schild sowie
Halsfalten konnten aus meiner Sicht
verbessert werden. Nur wenige mussten aus
diesen Gründen zurückgestuft werden. Auf glätteres Nackengefieder und ein
geschlosseneres Keilgefieder sollte verstärkt hingearbeitet werden. Die
goldgelbe glänzende Farbe war zum größten Teil gleichmäßig vorhanden. Einige
zeigten jedoch eine rotgelbe Farbe die nicht unser Ziel ist. Blau
angelaufene Keil- und Schwanzfarbe scheint überwunden, jedoch zeigten einige
noch aufgehellte Ortfedern. Einer der Schwerpunkte für die nächste Zeit wird
wohl die Verbesserung der Rückendeckung werden. Der Wunsch bzw. auch Mangel
zog sich durch alle vier Klassen. Die Schnabelfarbe dagegen gab nur selten
Anlass zur Kritik. Dagegen sollte der Problematik des Unterschnabels wieder
etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die 88 jungen Täuber wurden von
G. Wudi bewertet, konnten in Größe und männlichem Ausdruck zum größten Teil
gefallen. Auch in der Farbe gab es wenige Abstriche zu machen. Auf eine
korrekte Haltung sollte geachtet werden. Dabei soll das Lot von der
Schnabelspitze zumindest nicht zu weit vor der Brust liegen. Einigen stände
auch etwas mehr Vorbrust gut zu Gesicht. Die Feder könnte bei einigen,
besonders bei den starken und farblich satten Tieren, glatter sein. Für zu
wenig Unterlinie und angezogene Brust, spitze Köpfe sowie breite
Unterschnabel gab es untere Noten. Die Note „HV“ und STB erreichte A.
Reitberger und „HV“ F. Kaiser. Die ebenfalls von G. Wudi bewerteten 20
Alttäuber zeigten sich ausgeglichener als ihre Söhne. Für zu breiten
Unterschnabel, fehlenden Unterlinie, spitzen Kopf oder Loch im
Nackengefieder mussten untere Noten vergeben werden. Der Großteil der
gezeigten Tiere hatten prima Formen und Köpfe, sowie einen korrekten Stand.
„V“ und STB für einen feinen 1,0 von A. Reitberger und „HV“ A. Singer. Die
von K. Ahl bewerteten 112 Jungtäubinnen waren in Form und in Feder den 1,0
voraus. Tiefe und breite Brust mit dazu passendem Kopf war Voraussetzung um
in die Preise zu kommen. Ebenfalls eine glatte Feder und gleichmäßige Farbe
sind auf breiter Ebene vorhanden. Einige konnten etwas kürzer sein und
breiter stehen. Auf besseren Rückenschluss muss in nächster Zeit verstärkt
geachtet werden. Tiere mit anziehender Brust, spitzem Kopf und offenen
Nackengefieder wurden zurückgesetzt. Eine feine 0,1 von F. Kaiser erhielt
„V“ STB und „HV“ für A. Obermaier, A. Söllner, A. Singer und K.
H. Wolf. Nur 5 der 29 ausgestellten Alttäubinnen konnten „sg“ nicht
erreichen, das zeugt vom sehr hohen Niveau dieser Klasse. Kaum Wünsche oder
Mängel gab es bezüglich Form und Köpfen. Einige konnten in der Feder etwas
fester sein, sowie im Schnabel noch etwas reiner. Besondere Beachtung müsste
einer besseren Rückendeckung geschenkt werden, ebenso der
Unterschnabelbreite an dessen Ansatz einige Tiere Wünsche hatten. Eine feine
0,1 von K. Heigl siegte mit „V“ vor ZGM Kiener und H. Arenz mit „HV“.
Gerald Wudi
Auch auf dieser HSS waren alle
19 anerkannten Farbenschläge der Fahlen und Seltenen vertreten. Die
gemeldete Gesamtzahl von 491 Strassern verteilte sich auf 201 Seltene 290
Fahle. Und noch eine Zahl: Die vorstehenden Farbenschläge hatten mit über 20
Prozent einen beachtlichen Anteil am Gesamtmeldeergebnis. Darauf können die
Aussteller stolz und der SV mehr als zufrieden sein. Deutlich erkennbar war
auch, dass die Züchter die Qualität weiter verbessern konnten.
Vorstehendes gilt leider
nicht für die Blaufahlen ohne Binden, die nur durch 2 Täubinnen
vertreten wurden. Beide zeigten sehr gute Formen. Auf angepasste
Unterschnabelbreite und Verbesserungen im Kopf sollte hingewirkt werden
Es folgten11,15 Blaufahle
mit dunklen Binden. Form und Körpervolumen entsprachen in beiden
Geschlechtern den auf den Zuchtstand bezogenen Anforderungen. Die Köpfe
hatten die standardgemäße Form mit entsprechender Stirnfülle. Wünsche gab es
mehrmals im Bindenverlauf und in der Bindenfarbe. Einige Tiere zeigten
leicht farbiges Schenkelgefieder oder zu viel Farbstoff im Flügelbugbereich.
Vereinzelt hätten die Schnäbel mehr Substanz haben sollen. Einen super 1,0
alt zeigte Timo Berger mit v. Eckhard Scharf wurde mit 2x hv auf 0,1 jung
und alt belohnt.
5,4 Blaufahlgehämmerte präsentierten
recht typische Strasserformen, mit sehr guter Körperfülle und kräftigen
Köpfen. Wünsche gab es bei einigen Tieren zur Gleichmäßigkeit der Hämmerung
und schiefergrauen Zeichnungsfarbe. Reine Schenkel- und Bauchfarbe sollte
bei Ausstellungstieren selbstverständlich sein. Hartmut Lorenz zeigte ein
feine 0,1 jung mit hv.
Unter den 19 Rotfahlen ohne
Binden laut Katalog waren nur 6 Vertreter dieses Farbenschlags
ausgestellt. Die übrigen gehörten zu den Rotfahlen mit Binden. Rotfahle
Strasser ohne Binden müssen sichtbar die rotfahle Farbkomponente aufweisen.
Viel Blauton in der Kopf- und/oder Schildfarbe mindert die Punktzahl. Die
Formen und Köpfe entsprachen dem Zuchtstand.
Erfreulich
war die Anzahl der in den Wettbewerb gestarteten Rotfahlen mit Binden.
Mehr als 60 Jung- und Alttiere, das übertraf die Erwartungen. Ein
formvollendeter Rotfahler in der richtigen Farbintensität mit korrekten
Binden und tadellosen Kopfpunkten ist eine Augenweide. Auf den 1,0 alt und
eine 0,1 jung von Eckhard Scharf traf das zu und beide erhielten die
Höchstnote v. Ihnen dicht auf den Fersen waren mit hv die „Mitbewerber“ von
Georg Hauer (1,0 jung), Walter Heinemann und Eckhard Scharf (beide 0,1
jung). Auch die übrige Kollektion war von sehr guter Durchschnittsqualität.
Allerdings konnte nicht
in jedem Fall mit der Strasserform gepunktet werden, weil die Brust
angezogen wurde oder die Unterlinie voller hätte sein müssen. Auch auf
verbesserungsbedürftige Stirnfülle, Federfestigkeit, Nackenfederstruktur,
Bindenführung und Augenfarbe war wünschend hinzuweisen, bei stärkerer
Ausprägung gelegentlich sogar als Mangel.
Beeindrucken konnten 99
Rotfahlgehämmerte (34,38 jung, 15,12 alt). Die typische Strasserform mit
einem dazu passenden Kopf war in dieser Kollektion fest verankert. Eine
intensiv rotfahle Zeichnungsfarbe bei hinreichend gleichmäßiger Hämmerung
rundete das Bild ab. Aber wo viel Licht ist zeigt sich hin und wieder auch
ein wenig Schatten. Tiere, die während der Bewertung und bei einer späteren
Nachprüfung die Brust hochzogen, erhielten zwangsläufig eine reduzierte
Punktzahl. Ebenso wurde bei recht lockerer Feder und nicht zusammenhängender
Federausbildung im Nacken verfahren. Wenn das Brustgefieder offen hing,
musste dies als Mangel vermerkt werden. Im Gesamtbereich „Gefieder“, wozu
meines Erachtens auch die korrekte Rückdeckung gehört, sollten die Züchter
einen Schwerpunkt ihrer künftigen Arbeit sehen. Farbstoff im
Schenkelgefieder sollte nicht sein. Putzen ist erlaubt, aber bitte so, dass
es nicht von außen sichtbar wird. Einigen Jungtäubern hätte ein wenig mehr
Männlichkeit im Kopf gut zu Gesicht gestanden. Die Höchstnote erhielten die
Täuber von Dieter Hedenreich (jung) und Norbert Pälzer (alt) sowie die
Täubinnen von Georg Hauer und Mario Hor (beide jung). Hv-Noten errangen die
1,0 von Georg Hauer, Peter Kube (beide jung), Eckhard Scharf (2 x, jung und
alt) und Josef Kreutmair (alt) sowie die 0,1 Gernod Lorber, Mario Hor (auf
jung) und Norbert Pälzer (2 x auf alt).
Leider waren auch dieses Mal
nur 1,3 gelbfahle Strasser ohne Binden ausgestellt. Zwei Täubinnen
überzeugten in Figur und Farbe. Die von Udo Billenstein bekam hv, super
Von den 36 gemeldeten
Gelbfahlen mit Binden waren 8 Käfige leer geblieben. Gleichwohl konnte
man anhand der 10,18 ausgestellten Strasser die Überzeugung gewinnen, dass
sich der Zuchtstand leicht zum Positiven hin verbessert hat. Der sehr gute
Notendurchschnitt macht es deutlich. Gleichwohl war Täubern teils mehr
Volumen zu wünschen, andere sollten im Kopf substanzvoller sein (trat
häufiger auf). Einige Täubinnen hätten in der Schildfarbe gleichmäßiger sein
sollen, andere wiederum insgesamt gedrungener im Körper (war in einer ganzen
Reihe von Kritiken enthalten). Bei beiden Geschlechtern wurden Tiere
vorgestellt, denen gleichmäßigere Rückenfarbe ohne Weißeinlagerungen und
durchgehende zweite Binden zu wünschen waren. Die herausragenden Tiere
stellten Ingo Liedtke (1,0 alt v, 1,0 jung hv), Hartmut Lorenz (0,1 jung hv)
und Walter Heinemann (0,1 alt hv).
Die 46 Strasser
gelbfahlgehämmert (15,16 jung, 6,9 alt) präsentierten vielfach recht
typische Strasserformen mit entsprechender Haltung bei tiefem Stand. Auch
die Farbe des Gefieders und der Augen war überwiegend in Ordnung. In der
Spalte Wünsche kamen die Formulierungen „insgesamt gedrungener“ und „mehr
Kopfrundung über den Augen“ vor. Einige Tiere hätten in der Hämmerung
markanter oder in der Hämmerungsfarbe intensiver sein sollen. Auch in diesem
Farbenschlag ist die nötige Geschlossenheit des Gefieders nicht immer
gegeben. Mängel waren fehlende Brustfülle und zu wenig Kopfsubstanz.
Erstklassige Rassevertreter zeigten Ingo Liedtke mit v auf 1,0 jung und 1,0
alt sowie hv auf 1,0 jung. In jeder Hinsicht eine Klasse für sich waren die
9 Alttäubinnen mit v für Klaus-Rudolf Schmager sowie hv für Ingo Liedtke und
Guido Große.
3 Strasser blau mit weißen
Binden zeigten die richtige Schwingen- und Schwanzfarbe. An der
Strasserform und den Kopfpunkten muss nachhaltig weiter gearbeitet werden,
ebenso an der Bindenausprägung und –farbe einschließlich Saum. Der Weg zum
Ziel scheint beschwerlich.
Eine beachtlich große
Kollektion hellblau mit weißen Binden (13,14 jung und 6,6 alt)
ermöglichte einen guten Einblick in den derzeitigen Zuchtstand. Die 1,0
hatten in ihrer Mehrzahl volle, runde Formen mit genügend Körpervolumen in
der Hand. Hier wurden züchterische Fortschritte vorgeführt. Gefallen konnten
weiterhin die Köpfe mit lebhaft gefärbten Augen. In der Federfestigkeit
nebst der geschlossenen Nackenfederstruktur ist dieser Farbenschlag unter
den Strassern vorbildlich. Farblich gab es keine großen Wünsche, die
aufgehellten Schwingen und die Schwanzspiegelzeichnung entsprachen dem
Zuchtziel. Die Binden waren in den meisten Fällen durchgehend und sauber,
ohne Rostansätze allerdings mit Wünschen im Saum. Es gab leider reichlich
Tiere mit farbigem Schenkel- und Bauchgefieder, insbesondere bei den jungen
1,0. Die Alttiere hoben sich von der Qualität der Jungen augenfällig positiv
ab. Einen prima alten 1,0 mit v zeigte Wilfried Werner. Dazu kamen für ihn
noch je 1 hv auf 1,0 jung und 1,0 alt. Dietmar Ross konnte 3 hv für sich
verbuchen, je eins auf 1,0 alt, 0,1 jung und 0,1 alt.
Klein (die Kollektion) aber
fein kann den 8 schwarz mit weißen Binden und ihrem Aussteller Mario
Vaterodt bescheinigt werden, hv auf eine junge Täubin. Lange wurde von
vielen Züchtern die Ansicht vertreten, dass es wohl kaum möglich sein werde,
rein schwarze Strasser mit rein weißen binden zu züchten. Auf dieser Schau
wurde jedoch ein beachtlicher Fortschritt in der Farbe vorgeführt, nämlich
tief schwarz ohne blauen Anflug. Die Binden waren ebenfalls reiner und
durchgehender als in Vorjahren, dazu kamen durchgefärbte Keile ohne
Ausnahme. Nun gilt es das Erreichte zu festigen und die Form und Größe zu
verbessern.
Eine Taube
in rot mit weißen Binden stand mangels Vergleichsmöglichkeit in ihrem
Farbenschlag auf verlorenem Posten. Demgegenüber wurden immerhin 6 in gelb
mit weißen Binden präsentiert. Man muss schon ein großer Idealist sein, wenn
man sich diesen Farbenschlägen zuwendet. Bis auf ein Ausnahmetier (1,0 alt
mit hv für Rudolf Fechter) waren die gezeigten Strasser noch recht klein im
Körper und Kopf. Hier sind Fortschritte von Nöten und darüber hinaus in der
Farbe und den Binden.
Immer wieder begeistern können
durch ihr Zeichnungsbild die blau-weißgeschuppten. Schon die Zahl der
ausgestellten Tauben in beiden Geschlechtern (2,8 jung, 1,3 alt)
dokumentierte, dass die 0,1 den 1,0 zurzeit qualitativ überlegen sind. Die
Täuber zeigten kräftige Körper, wobei in der Ausrundung zu einer
harmonischen Strasserform noch kleine Wünsche bestanden. Bei markant
abgesetzter Schuppung hätten die Binden noch sauberer sein dürfen. Mehr
Stirnbreite war ebenfalls vermerkt. Demgegenüber präsentierten die 0,1
feine, volle Formen mit fester anliegender Feder. Die Schuppung war klar und
gleichmäßig. Die Köpfe mit Stirnfülle in schöner Bogenlinie verlaufend
gefielen, jedoch konnten bei einigen Täubinnen die Augen etwas lebhafter rot
bis orangerot sein. Hv gab es für Dietmar Gutzeit (0,1 jung und 0,1 alt)
sowie für Erwin Martens (0,1 jung).
5,7 des Farbenschlags
hellblau-weißgeschuppt vermittelten dem Betrachter ein recht
ausgeglichenes Schuppungsbild. In den Formen war das leider nicht der Fall.
Kürzer und gedrungener sollte hierzu auf dem Aufgabenplan stehen. Gefestigt
werden müssen auch noch andere Zuchtziele in den Bereichen Kopf, Schwingen-
und Schwanzfarbe, Nackenzeichnung und Schenkelgefieder. Dass die Vorzüge von
Elterntieren nicht so einfach an deren Nachkommen weitervererbt werden, ist
nicht neu und schien sich in der Jungtierklasse nochmals zu bestätigen.
Dietmar Roos wurde mit 2 hv auf 0,1 alt belohnt.
Die Strasser schwarz
gesäumt sind kontinuierlich besser geworden, der Züchtwerkreis weitet
sich erfreulicher Weise aus. 99 Exemplare (42,37 jung und 9,4 alt) waren für
diesen Wettbewerb aufgeboten. Unter Berücksichtigung der seit Jahren ähnlich
hohen und höheren Meldezahlen sei dem Verfasser dieser Zeilen die Frage
erlaubt, wie lange es noch gerechtfertigt ist, die Schwarzgesäumten als
Seltenen Farbenschlag zu führen? Überwiegend kräftige Exemplare standen in
den Käfigen. Es ist immer wieder erstaunlich wie viel Köpervolumen die
Mehrheit der Schwarzgesäumten vorzuweisen hat. Es liegt meistens an der
glatten Feder, dass insbesondere bei den Täubern vermehrt der Wunsch nach
tieferer und runderer Brust vermerkt werden musste. Gelegentlich vermisste
man die volle Unterlinie aber auch aufgrund der Beinlänge. Zahlreiche
Tauben, vorwiegend die Preistiere, zeigten schon eine recht typische
Strasserform, wobei allerdings anzumerken ist, dass das Gefieder in diesen
Fällen etwas fülliger getragen wurde ohne dass es dabei locker wirkte.
Dieser Zuchterfolg bringt den Farbenschlag voran. Es wird jedoch unbedingt
darauf zu achten sein, dass nicht zu viel des Guten geschied und dann
Probleme auftreten, die in anderen Farbenschlägen schon bestehen. Nochmals
weniger geworden sind auch die Fälle mit bläulicher Kopffarbe, unreinen
Binden sowie unreinem Schenkel- und/oder Bauchgefieder. Die Augenfarbe
entsprach mehrheitlich den Anforderungen, die Pünktchen in den Iriden
konnten fast ganz zurück gedrängt werden. Häufiger anzutreffen war der helle
oder sichtbar aufgehellte Augenrand, der Wunsch nach markanterer Säumung und
mehr Farbstoff im Rückengefieder. Latzlänge bzw. Zopfansatz waren vorwiegend
bei den Täubern in der Bewertung angesprochen. Die meisten hohen Noten
konnte Hans Jürgen Dennerl für sich verbuchen (v auf 0,1 jung, 3x hv auf 1,0
jung); mit je 1x hv folgten Lothar Hoyer (0,1 jung), Erwin Martens (0,1
jung) und Karl-Heinz Wittig (0,1 alt).
10,15 rot gesäumt
wiederum eine stolze Zahl. Die Form hat sich erheblich verbessert, auch in
der Körpermasse. Die Farbe war bei den meisten Tieren intensiv rot, dabei
fehlte es aber an der Säumung. Um oben mitzumischen ist eine Saumbildung und
saubere Binden aber notwendig, wie es die Bezeichnung sagt, hier sollte man
zwischen Zucht und Ausstellung unterscheiden. Probleme bereiten noch die
angelaufenen Schnäbel, ebenso der rote Augenrand. Die Köpfe waren rund und
von der Größe passend zum Körper. Viele Tiere hatten breite Unterschnäbel,
hier muss einiges getan werden. Weiße Schwingen und Keil haben im Käfig
nichts zu suchen. Anton Brogner stellte einen hochfeinen Jungtäuber der
nicht zu übersehen war und zur Höchstnote V 97 HB kam. Bei den Täubinnen
dominierten Helmut Hess und Manfred Guttke mit jeweils Hv 96.
Die beiden alten gelb
gesäumt gefielen in Form und Größe. Die Köpfe waren anforderungsgerecht
und es gab keine Beanstandungen zur Schnabelfarbe und Reinheit des
Schenkelgefieders. Leider war die Zeichnungsfarbe nicht eindeutig gelb. Des
Weiteren hätte die Säumung noch ein wenig klarer sein sollen. Bei der
Erstellung dieses Berichts haben mich die amtierenden Sonderrichter Hermann
Bormann, Siegfried Grenz, Wolfgang Schwegler und Karl-Heinz Sommer mit
wertvollen Hinweisen hilfreich unterstützt. Dafür danke ich. Die Palette der
züchterischen Aufgaben ist groß und ihre Erledigung sicherlich nicht ganz
einfach. Packen Sie sie an! Auf Wiedersehen in Weißenborn bei der nächsten
HSS am 20.-22. November 2009.
Hermann Lübbering |