Musterbild

Sonderverein der Strassertaubenzüchter Deutschlands

Musterbild

 

52. Strasserhauptsonderschau 2008 in Schwäbisch Hall

 Die 52. Hauptsonderschau der Strassertauben führte uns dieses Jahr nach Schwäbisch Hall. Mit der Gartenschauhalle stehen in dieser Kleinstadt ausgezeichnete Räumlichkeiten mit den entsprechenden Nebenräumen für Tierschauen zur Verfügung. Es bleibt nur zu hoffen, dass durch die Renovierung und Umbauten an diesem Gebäudekomplex der Charakter dieser Halle für die Nutzung durch Tierschauen weiterhin erhalten bleibt. Die beiden Ausstellungsleiter Helmut Metzner und Wilhelm Hagenmüller haben uns Strasserzüchtern eine hervorragend durchgeführte Ausstellung geboten. Dafür danken alle angereisten Strassertaubenfreunde! Es war schon beeindruckend, wie beide ihre Mitglieder vor Ort und deren Angehörigen, die eigenen Familien und alle Zuchtfreund des Bezirks motiviert und eingespannt haben. Wir wurden in der Halle bestens versorgt. Zum aus räumlichen Gründen ausgelagerten Züchterabend in der Festhalle Bibersfeld hatte unser in der Bewirtung von Preisrichtern und Züchtern äußerst erfahrene Züchter schwarzer Strasser, Rudolf Erras, seinen ganzen Küchenstab, die Verpflegung, den Gerstensaft und auch die an die Strasserzüchter gewöhnte Kapelle - Safari - aus Kasendorf bei Kulmbach -eingeflogen-, - ebenfalls eine logistische Leistung !

 Die Strasser blau ohne Binden waren auf der 52. HSS der Strassertauben mit insgesamt 665 Tieren angetreten: 210,293 Jungtiere und 74,88 Alttiere. Die Jungtäuberklasse wurde von Peter Rehm und Siegfried Grenz bewertet. 46 davon, das waren rund 20 Prozent, konnten die Note sg nicht erreichen. Das waren Täuber, die zu klein waren, keine Brusttiefe zeigten oder die Brust stark anzogen. Aber auch Zeichnungsfehler (unreine Schenkel, geputzte Zopfansätze), Schilf in den Schwingen, aufgehellter Rücken, breiter Unterschnabel, flache Köpfe, zu schmale Stirnpartien führten zu niederen Noten. In der Spalte der Wünsche tauchten folgende Einträge auf: Brust tiefer, Unterlinie voller, Hinterpartie kürzer (häufiger), kräftiger in der Hand, Keilgefieder anliegender, Halsgefieder geschlossener, mehr Kopfsubstanz, mehr Kopfrundung, Rückenfarbe intensiver, Augen freier (Ansatz zu Augenschirmen). Die weit größere Zahl der Jungtäuber zeigte jedoch ein sehr einheitliches Bild, prima Form und einwandfreie Zeichnung, dazu das unseren Strassern eigene schöne Taubenblau. Die drei mit v herausgestellten Jungtäuber stellen Dr. Dirk Wienecke, Lothar Bullirsch und Wilhelm Hagenmüller. Mit hv bewertete Jungtäuber zeigten: Gerald Wudi (zweimal), Dr. Dirk Wienecke, Ronald Kollhoff und Sonja Bürzer. Die 74 hohlblauen Alttäuber bewertete Manfred Schatz, 33 davon konnten die Schwelle von 93 Punkten nicht erreichen, das waren rund 45 %. Das waren Täuber mit wenig Brustfülle, farbigem Schenkelgefieder, Pfeffer in der Bindengegend, zu heller Rückenfarbe, melierter Keilfarbe, wenig Stirnsubstanz, breitem Unterschnabel und „offenem“ Nackengefieder. Auch in der Spalte der „Wünsche“ tauchten diese in moderaterer Form auf: mehr Körpervolumen, Gefieder straffer, Rücken- farbe intensiver, Schwingenfarbe satter, Rücken abgedeckter, mehr Oberkopfrundung, Stirn substanz- voller. Josef Kreutmair und Maik Kolbmüller stellten je einen mit v herausgestellten Alttäuber, Dr. Walter Haupt und Wilhelm Hagenmüller je einen mit hv bewerteten 1,0 alt. Günter Stolte und Hartmut Lorenz durften sich mit den 293 blauen Jungtäubinnen ohne Binden auseinandersetzen. 43 davon konnten die Note sg nicht erreichen, das entspricht rund 15 %. Das zeigt aber auch, dass die Täubinnen meist die besseren Formentiere sind, durch schöne volle Unterlinien und kurze, kompakte Figuren überzeugen. Täubinnen, die die Brust stark anziehen, treten wesentlich seltener auf. Die Täubinnenklassen sind bei den Strassern häufig sehr ausgeglichen. Trotzdem gab es auch hier Eintragungen in der Mängelspalte: insgesamt zu lang, 11 Handschwingen, blaue Bauchfarbe, aufgehellte Schnabelfarbe, Scherenschwingen, Pfeffer in der Bindengegend. In der Rubrik „Wünsche“ waren folgende Eintragungen zu lesen: im Stand etwas tiefer, geht in Abwehrstellung, Schenkel reiner weiß, Rücken abgedeckter, Flügellage straffer, Rücken- bzw. Schwingenfarbe intensiver, mehr Kopfsubstanz, mehr Kopfwölbung, Augenfarbe lebhafter. Die mit v herausgestellten Jungtäubinnen stellten Dr. Dirk Wienecke, Sonja Bürzer, Josef Fischer und Hans-Joachim Bergmann. Vier weitere Jungtäubinnen errangen die Note hv: Wolfgang Hannß, Ronald Kollhoff, Eitel Hainich und G. und P. Busch. 0,88 Strasser, blau o. Bd. alt, wurden von Karl Gerhard bewertet, 5 davon konnten die Note sg nicht erreichen, das sind rund 6 %. Dafür waren nicht figürliche Mängel verantwortlich, sondern eher Zeichnungsprobleme: unreines Schenkelgefieder, Halsgefieder zu locker, weiße Krallen. Ebenso verhielt es sich bei den Wünschen: Stirn betonter, (mehrmals) im Gefieder fester, Schildfarbe reiner, Kopf substanzvoller, mehr Scheitelhöhe, Schwingen- und Rückenfarbe intensiver, Schildfarbe reiner, Latz nicht größer, rauer Nacken. Insgesamt wurden in dieser Abteilung 2 Täubinnen von Hellmut Schulze und Siegfried Schonnop mit v herausgestellt, sieben weitere Täubinnen errangen die Note hv: Sonja Bürzer (2x), Karl Schlein, Hellmut Schulze, Dr. Walter Haupt, Wilhelm Hagenmüller, Wilhelm Hirschmann. Diese Qualitätsdichte verwundert nicht, finden wir doch in dieser Alttäubinnenklasse jeweils die Spitzentiere der vergangenen fünf Ausstellungsjahre wieder.

 Insgesamt 64 blaue Strasser mit schwarzen Binden (25,27 jung und 5,7 alt) fanden sich zur HSS ein und wurden von Manfred Schatz bewertet. –Es ist sicher nicht leicht, eine Taube in der Größe des Strassers mit Binden zu züchten, denn mit Bindenfragmenten wie bei anderen schweren Formentaubenrassen sind wir nicht zufrieden. Wenn wir auch keine Binden wie Peitschenhiebe verlangen, sie müssen beide durchgehend sein, dürfen oben nicht zusammenlaufen und sollen annähernd parallel angeordnete sein. Dazu ein glatter Bindenabschluss, frei von jeglichem Rostanflug. Diesen Ansprüchen stellten sich diesem Jahr 13 Züchter, wobei 56 Tiere von 8 Ausstellern vorgestellt wurden, die restlichen 8 von 5 weiteren Züchtern mit Einzelexemplaren. Die rund 33 Prozent (genau 22) der Tiere, die die Note sg nicht erreichten, hatten überwiegend Mängel in unreiner Schenkelfarbe, nur vereinzelt durch zu wenig Brust- und Stirnsubstanz. Es gab auch keinen Totalausfall in der Bindenführung, jedoch durften einige Täuber im Habitus maskuliner sein. In der Spalte der Wünsche fand ich bei den 1,0 auf den Bewertungskarten: mehr Brusttiefe, Stirn substanzvoller, im Gefieder straffer, Keilfarbe satter, Binden gleichmäßiger, zweite Binde durchgehender, Nackengefieder glatter. – Klaus Ahl stellte einen mit v bewerteten Jungtäuber und einen Alttäuber mit hv, während Eckhard Rübestahl auf einen Jungtäuber hv errang. – Die nicht zu hohen Ehren gekommenen Täubinnen hatten eine trübe Augenfarbe oder waren in der Stirnpartie nicht substanzvoll genug. Einige der Täubinnen wurde folgende Wünsche attestiert: gedrungener im Körper, mehr Körpervolumen, Hinterkopfzeichnung harmonischer, (mehrmals) sollte im Rücken besser abdecken, straffer im Gefieder, Keil oder im Hinterhals. Die Alttäubinnen zeigten durchweg sg Binden, waren auch im Gefieder relativ straff. – Eckhard Rübestahl errang auf 0,1 jung v STB, Stefan Kneißl und Klaus Ahl jeweils hv auf Jungtäubinnen, während Klaus Ahl noch auf eine „alte Dame“ hv für sich verbuchen konnte.

 Großer Beliebtheit erfreuen sich nach wie vor die blaugehämmerten Strasser, sie waren mit 145 Exemplaren angetreten (43,56 jung und 18,28 alt) und wurden von Hansjörg Gradert bewertet. Die Attraktivität dieses Farbenschlages macht neben der harmonischen Figur die Hämmerungsverteilung aus, die bei uns Strasserzüchtern 5 : 3 (Hämmerungsfarbe : blau) gewünscht wird. Es gibt Zuchten, die sich ausschließlich blaugehämmerten Strassern widmen, aber auch Züchter der blauen Strasser ohne Binden, die stets einige blaugehämmerte Tiere in ihrer Zucht eingebaut haben, um so in ihrer Zucht hohlblauer Strasser eine intensive Rücken-, Keil- und Schwingenfarbe zu gewährleisten. Dieses Rezept wurde nahezu von allen führenden blauen Strasserzüchtern Mitte des letzten Jahrhunderts erfolgreich praktiziert. In diesem Fall treten auch weniger farbige Schenkel auf, während die Züchter, die sich fast ausschließlich mit den blaugehämmerten Strassern beschäftigen, aufgrund der größeren Auswahl bei den Leistungspreisen dann meist die Nase vorn haben. – Die 4 mit v bewerteten Tauben und 7 weitere hv-Tiere zeugten vom hohen Zuchtstand dieses so attraktiven Farbschlages. 11 Jungtäuber und 3 Alttäuber konnten die Note sg nicht erreichen. Ihnen mangelte es am Körpervolumen, zu wenig Brustfülle oder Kopfsubstanz, weißen Federn im Keil und aufhellender Schnabelfarbe. In der Spalte der Wünsche bei den mit sg bewerteten Täubern dominierten nicht die figürlichen Wünsche (einige sollten kürzer im Körper sein oder mehr Brustfülle zeigen), sondern es wurden vom SR notiert: (mehrmals) markanter in der Hämmerung, Kopf gerundeter, im Habitus maskuliner, Keilgefieder fester, Schenkelgefieder reiner, Bindenfarbe intensiver, Schwingenfarbe reiner, besser im Rückenschluss, Flügelhaltung straffer, störendes Abwehrverhalten, Halsgefieder glatter, Iris feuriger. Einige der Tiere sollten auch im Gefieder etwas straffer sein. V auf Jungtäuber errang Josef Saller, v auf Alttäuber jeweils Johann Scherer und Wilhelm Hagenmüller. Mit hv bewertete Jungtäuber stellten Alois Kleeberger und Josef Saller, mit hv bewertete Alttäuber Wilhelm Hagenmüller und Hans Bürzer. In den Täubinnenklassen errangen nur 14 von 84 Tieren nicht mindestens 93 Punkte, das sind rund 17 %. Einige der Jungtäubinnen sollten im Gefieder straffer sein, bei anderen fiel ein Abwehrverhalten negativ auf, das drückt sich durch anziehende Brust und lockeres Gefieder aus. Die überwiegende Mehrzahl der Jungtäubinnen glänzte jedoch durch sehr gute Figur. Niedere Noten gab es bei den blaugehämmerten Jungtäubinnen wegen farbigem Bauch- und Schenkelgefieder, zu heller Hämmerung, Bindenrost und mangelnder Rückenabdeckung. Folgende Wünsche hatte der amtierende SR in der Spalte der Wünsche notiert: insgesamt kürzer, Unterlinie voller, etwas mehr Körpervolumen, mehrmals straffer im Gefieder, Kopf gerundeter, Stirn substanzvoller, Bindenfarbe intensiver, Latz bzw. Kopfzeichnung voller. – Überzeugen konnten die „alten Damen“ dieses Farbenschlages mit straffem Gefieder und prima Hämmerungsverteilung. Mit v wurde eine Jungtäubin von Hans Bürzer herausgestellt, während Alois Kleeberger eine mit hv bewertete Jungtäubin vorstellte. Hans Bürzer und Wilhelm Hagenmüller stellten jeweils eine mit hv bewertete Alttäubin vor.

 Siegfried Grenz

Die 413 Strasser schwarz waren nach bloB der zweitstärkste Farbenschlag und auch trotz Abwesenheit der Spitzenzucht der letzten Jahre, war ein Qualitätsrückgang nicht erkennbar. Sicher ist dies ein Indiz, dass auch in diesem Farbenschlag die Spitze erfreulicherweise immer breiter wird. Bei den von Franz Nömmer bewerteten 140 Jungtäubern erhielt Fischer v 97 STB. Die hv –Tiere stellten Helmut Metzner 2x, Josef Fischer 2x, Wilhelm Hagenmüller und Hans Redel. Neben prima Formentieren mit den entsprechenden Strasserköpfen waren doch auch des Öfteren Wünsche nach mehr Brusttiefe, kürzere Hinterpartien und mehr Stirnbreite angebracht. Nacken - und Keilgefieder, Rückendeckung, vereinzelt auch Augenfarbe und Standhöhe mussten außerdem unter den Wünschenerwähnt werden. Drei ansonsten wirkliche Klassetäuber kamen zu Recht wegen reichlich Violettlack und weniger Lackfarbe auf dem Schild nur auf 95 Punkte. Zu niederen Noten führten Mängel wie: zu wenig Körpergröße, lange Hinterpartie, flache oder schmale Stirn, zu loses Gefieder. Bei den von Wolfgang Schwegler bewerteten 40 Alttäubern hatten Wilhelm Hagenmüller mit V 97, Helmut Metzner mit V 97 und HV 96, sowie Dieter Wurster mit HV 96 die Nase vorne. Vorgestellt wurden kräftige Typen mit meist prima Lack-, Augen- und Randfarbe sowie z.T. auch den ent- sprechenden Köpfen. In der Rubrik Wünsche waren aufgeführt: Haltung waagrechter, mehr Brusttiefe. Das raue Nackengefieder macht auch diesem Farbenschlag zu schaffen und führte zu niedrigen Noten. Die insgesamt 196 Jungtäubinnen wurden von den SR Josef Kreutmair und Karl Gerhard bewertet. Der überragende Sieger in dieser Klasse war Helmut Metzner mit 3 mal V97 STB. Gefolgt von Josef Fischer, Ruppert Schlittenbauer, Ludwig Rucker, Siegfried Fuchs und Ernst Ahrens mit Hv 96. Tiere mit Mängel wie schmaler Stirnansatz, starke Abwehrstellung verbunden mit aufrechter Haltung, offenes Nackengefieder, zu breiter Unterschnabel, flache Brust, zu wenig Grünlack, zu lockeres Gefieder, schmaler Körper oder zu langer Hinterpartie wurden zu recht mit unteren Noten bewertet. Bei einigen ansonsten feinen jungen Damen verhinderte der Wunsch „Unterschnabel im Ansatz schmaler“ Noten über sg 95. Im Wunschbereich waren außerdem aufgeführt: Rücken abgedeckter, mehr Brusttiefe, Nackengefieder glatter, Keil geschlossener, mehr Lack, Hinterpartie kürzer und Stand breiter. Von den 37 Altäubinnen mit denen sich SR Klaus Ahl auseinanderzusetzen hatte, erreichten nur drei nicht die Note „sg“. Volker Tamke überzeugte mit V 97 auf eine feine alte Dame. Ihm am nächsten kamen Siegfried Dürre und Nikolaus Kohl mit jeweils Hv 96. Zur Abstufung trugen Wünsche nach strafferem Halsgefieder, mehr Rückendeckung, sattere Schwingenfarbe oder strafferem Keilgefieder bei.

 Herbert Allersdorfer

Bei den Roten 80 / 107 jung und 28 / 44 alt konnten die Verbesserungen der letzten Jahre gefestigt werden, vorwiegend in der Form und den Köpfen. Dennoch sollten einige noch etwas tiefer stehen. Auch sollte noch mehr Acht auf eine korrekte Augenfarbe gelegt werden, denn mit braunen oder grünen Augen kann keine sg Bewertung erzielt werden. Eine gleichmäßige intensive rote Farbe mit etwas Lack bei einer glatten Schildfeder sollte weiter angestrebt werden, dass es geht zeigen uns schon ein beachtlicher Teil der ausgestellten Tiere. Blauer Anflug im Keil und Blaueinlagerungen in den Außenfahnen der Ortfedern konnte weiter zurückgedrängt werden, jedoch sollte auf eine satte Schwingenfarbe mehr Augenmerk gelegt werden. Wenige Tiere hatten Unterschnabelprobleme die gestraft werden mussten, diesem Problem sollte aber weiterhin hohe Beachtung geschenkt werden. Auch die Schnabelfarbe muss reiner werden. Hier waren bei ca. 15 % der Tiere Wünsche offen. Dem Problem einer haarigen Nackenfeder und eines zu offenen Nacken wie auch einem zu offenen Keilgefieder müssen wir uns stellen und entgegenwirken, dass das nicht von Heute auf Morgen passieren kann, dürfte Jedem klar sein. Bei den jungen Täubern, von Sonderrichter K.-H. Sommer bewertet, war der Großteil der gezeigten Tiere in Körper- und Kopfgröße in Ordnung. Einige sollten jedoch mehr Brustrundung und mehr Unterlinie zeigen. Für zu loses Nackengefieder und zu raue Schildfeder wurden unter Noten vergeben. Auch der Wunsch nach tieferem Stand musste mehrfach vermerkt werden. Dass wunderschöne, dem Ideal sehr nahe kommende Tiere erzüchtet werden können, bewiesen die Spitzentiere mit „V“ von P. Zarte und A. Söllner. Auch die mit 95 Punkten bewerteten Tiere waren Spitze. Ausgeglichener als die 1,0 jung zeigten sich die von A. Mages bewerteten Alttäuber, nur drei konnten kein sg erreichen. Die Wünsche waren meistens in mehr Brusttiefe, glattere Schildfeder und im tieferen Stand. Über „V“ freuten sich M. Fischl und P. Zarte, „HV“ P. Zarte. Die roten Jungtäubinnen, die ebenfalls von A. Mages bewertet wurden, zeigten sich wie schon in den Vorjahren ausgeglichener als die männlichen Vertreter ihres Farbschlages. Sehr gute Formen mit korrekter Haltung und glatter Feder zeichneten den überwiegenden Teil aus. Wünsche nach glätterem Halsgefieder (Wirbelbildung) und reinerer Schnabelfarbe waren ausschlaggebend für die Abstufung. Bei knapp einem Fünftel waren Wünsche bzw. Mängel in der Augenfarbe, manche matt bräunlich oder auch grünlich. Hier sollte in Zukunft wieder mehr darauf geachtet werden. Über „V“ konnte sich W. Steen freuen. „HV“ erreichten A. Söllner, G. Ludwig (2x) und E. Hutterer. Die Klasse der von K.-H. Sommer bewerteten Alttäubinnen zeigte sich auf einem hohen Niveau. Tiere mit angezogener Brust, fehlender Unterlinie, zu wenig Stirn oder Kopfsubstanz sowie zu rauer Schildfeder wurden zurückgestuft. Bei einigen wurden auch Wünsche in der Schnabelfarbe und im Keilgefieder anliegender vermerkt. „V“ wurde für eine 0,1 von H. Arenz vergeben. „HV“ erzielten J. Wohlrab, H. Achhammer und O. Schwaiger. Die Gelben mit 88 /112 jung und 20 / 29 alt zeigten sich auf dem Niveau der letzten Jahre. Form, Kopf und Größe waren überwiegend in Ordnung, dennoch sollte auf etwas mehr Vorbrust und Brusttiefe geachtet werden. Im Stand müssten einige ebenfalls etwas breiter und tiefer stehen. Die Federstruktur auf dem Schild sowie Halsfalten konnten aus meiner Sicht

verbessert werden. Nur wenige mussten aus diesen Gründen zurückgestuft werden. Auf glätteres Nackengefieder und ein geschlosseneres Keilgefieder sollte verstärkt hingearbeitet werden. Die goldgelbe glänzende Farbe war zum größten Teil gleichmäßig vorhanden. Einige zeigten jedoch eine rotgelbe Farbe die nicht unser Ziel ist. Blau angelaufene Keil- und Schwanzfarbe scheint überwunden, jedoch zeigten einige noch aufgehellte Ortfedern. Einer der Schwerpunkte für die nächste Zeit wird wohl die Verbesserung der Rückendeckung werden. Der Wunsch bzw. auch Mangel zog sich durch alle vier Klassen. Die Schnabelfarbe dagegen gab nur selten Anlass zur Kritik. Dagegen sollte der Problematik des Unterschnabels wieder etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die 88 jungen Täuber wurden von G. Wudi bewertet, konnten in Größe und männlichem Ausdruck zum größten Teil gefallen. Auch in der Farbe gab es wenige Abstriche zu machen. Auf eine korrekte Haltung sollte geachtet werden. Dabei soll das Lot von der Schnabelspitze zumindest nicht zu weit vor der Brust liegen. Einigen stände auch etwas mehr Vorbrust gut zu Gesicht. Die Feder könnte bei einigen, besonders bei den starken und farblich satten Tieren, glatter sein. Für zu wenig Unterlinie und angezogene Brust, spitze Köpfe sowie breite Unterschnabel gab es untere Noten. Die Note „HV“ und STB erreichte A. Reitberger und „HV“ F. Kaiser. Die ebenfalls von G. Wudi bewerteten 20 Alttäuber zeigten sich ausgeglichener als ihre Söhne. Für zu breiten Unterschnabel, fehlenden Unterlinie, spitzen Kopf oder Loch im Nackengefieder mussten untere Noten vergeben werden. Der Großteil der gezeigten Tiere hatten prima Formen und Köpfe, sowie einen korrekten Stand. „V“ und STB für einen feinen 1,0 von A. Reitberger und „HV“ A. Singer. Die von K. Ahl bewerteten 112 Jungtäubinnen waren in Form und in Feder den 1,0 voraus. Tiefe und breite Brust mit dazu passendem Kopf war Voraussetzung um in die Preise zu kommen. Ebenfalls eine glatte Feder und gleichmäßige Farbe sind auf breiter Ebene vorhanden. Einige konnten etwas kürzer sein und breiter stehen. Auf besseren Rückenschluss muss in nächster Zeit verstärkt geachtet werden. Tiere mit anziehender Brust, spitzem Kopf und offenen Nackengefieder wurden zurückgesetzt. Eine feine 0,1 von F. Kaiser erhielt „V“ STB und „HV“ für A. Obermaier, A. Söllner, A. Singer und K.­ H. Wolf. Nur 5 der 29 ausgestellten Alttäubinnen konnten „sg“ nicht erreichen, das zeugt vom sehr hohen Niveau dieser Klasse. Kaum Wünsche oder Mängel gab es bezüglich Form und Köpfen. Einige konnten in der Feder etwas fester sein, sowie im Schnabel noch etwas reiner. Besondere Beachtung müsste einer besseren Rückendeckung geschenkt werden, ebenso der Unterschnabelbreite an dessen Ansatz einige Tiere Wünsche hatten. Eine feine 0,1 von K. Heigl siegte mit „V“ vor ZGM Kiener und H. Arenz mit „HV“.

Gerald Wudi

Auch auf dieser HSS waren alle 19 anerkannten Farbenschläge der Fahlen und Seltenen vertreten. Die gemeldete Gesamtzahl von 491 Strassern verteilte sich auf 201 Seltene 290 Fahle. Und noch eine Zahl: Die vorstehenden Farbenschläge hatten mit über 20 Prozent einen beachtlichen Anteil am Gesamtmeldeergebnis. Darauf können die Aussteller stolz und der SV mehr als zufrieden sein. Deutlich erkennbar war auch, dass die Züchter die Qualität weiter verbessern konnten.

Vorstehendes gilt leider nicht für die Blaufahlen ohne Binden, die nur durch 2 Täubinnen vertreten wurden. Beide zeigten sehr gute Formen. Auf angepasste Unterschnabelbreite und Verbesserungen im Kopf sollte hingewirkt werden

Es folgten11,15 Blaufahle mit dunklen Binden. Form und Körpervolumen entsprachen in beiden Geschlechtern den auf den Zuchtstand bezogenen Anforderungen. Die Köpfe hatten die standardgemäße Form mit entsprechender Stirnfülle. Wünsche gab es mehrmals im Bindenverlauf und in der Bindenfarbe. Einige Tiere zeigten leicht farbiges Schenkelgefieder oder zu viel Farbstoff im Flügelbugbereich. Vereinzelt hätten die Schnäbel mehr Substanz haben sollen. Einen super 1,0 alt zeigte Timo Berger mit v. Eckhard Scharf wurde mit 2x hv auf 0,1 jung und alt belohnt.

5,4 Blaufahlgehämmerte präsentierten recht typische Strasserformen, mit sehr guter Körperfülle und kräftigen Köpfen. Wünsche gab es bei einigen Tieren zur Gleichmäßigkeit der Hämmerung und schiefergrauen Zeichnungsfarbe. Reine Schenkel- und Bauchfarbe sollte bei Ausstellungstieren selbstverständlich sein. Hartmut Lorenz zeigte ein feine 0,1 jung mit hv.

Unter den 19 Rotfahlen ohne Binden laut Katalog waren nur 6 Vertreter dieses Farbenschlags ausgestellt. Die übrigen gehörten zu den Rotfahlen mit Binden. Rotfahle Strasser ohne Binden müssen sichtbar die rotfahle Farbkomponente aufweisen. Viel Blauton in der Kopf- und/oder Schildfarbe mindert die Punktzahl. Die Formen und Köpfe entsprachen dem Zuchtstand.

Erfreulich war die Anzahl der in den Wettbewerb gestarteten Rotfahlen mit Binden. Mehr als 60 Jung- und Alttiere, das übertraf die Erwartungen. Ein formvollendeter Rotfahler in der richtigen Farbintensität mit korrekten Binden und tadellosen Kopfpunkten ist eine Augenweide. Auf den 1,0 alt und eine 0,1 jung von Eckhard Scharf traf das zu und beide erhielten die Höchstnote v. Ihnen dicht auf den Fersen waren mit hv die „Mitbewerber“ von Georg Hauer (1,0 jung), Walter Heinemann und Eckhard Scharf (beide 0,1 jung). Auch die übrige Kollektion war von sehr guter Durchschnittsqualität.

Allerdings konnte nicht in jedem Fall mit der Strasserform gepunktet werden, weil die Brust angezogen wurde oder die Unterlinie voller hätte sein müssen. Auch auf verbesserungsbedürftige Stirnfülle, Federfestigkeit, Nackenfederstruktur, Bindenführung und Augenfarbe war wünschend hinzuweisen, bei stärkerer Ausprägung gelegentlich sogar als Mangel.

Beeindrucken konnten 99 Rotfahlgehämmerte (34,38 jung, 15,12 alt). Die typische Strasserform mit einem dazu passenden Kopf war in dieser Kollektion fest verankert. Eine intensiv rotfahle Zeichnungsfarbe bei hinreichend gleichmäßiger Hämmerung rundete das Bild ab. Aber wo viel Licht ist zeigt sich hin und wieder auch ein wenig Schatten. Tiere, die während der Bewertung und bei einer späteren Nachprüfung die Brust hochzogen, erhielten zwangsläufig eine reduzierte Punktzahl. Ebenso wurde bei recht lockerer Feder und nicht zusammenhängender Federausbildung im Nacken verfahren. Wenn das Brustgefieder offen hing, musste dies als Mangel vermerkt werden. Im Gesamtbereich „Gefieder“, wozu meines Erachtens auch die korrekte Rückdeckung gehört, sollten die Züchter einen Schwerpunkt ihrer künftigen Arbeit sehen. Farbstoff im Schenkelgefieder sollte nicht sein. Putzen ist erlaubt, aber bitte so, dass es nicht von außen sichtbar wird. Einigen Jungtäubern hätte ein wenig mehr Männlichkeit im Kopf gut zu Gesicht gestanden. Die Höchstnote erhielten die Täuber von Dieter Hedenreich (jung) und Norbert Pälzer (alt) sowie die Täubinnen von Georg Hauer und Mario Hor (beide jung). Hv-Noten errangen die 1,0 von Georg Hauer, Peter Kube (beide jung), Eckhard Scharf (2 x, jung und alt) und Josef Kreutmair (alt) sowie die 0,1 Gernod Lorber, Mario Hor (auf jung) und Norbert Pälzer (2 x auf alt).

Leider waren auch dieses Mal nur 1,3 gelbfahle Strasser ohne Binden ausgestellt. Zwei Täubinnen überzeugten in Figur und Farbe. Die von Udo Billenstein bekam hv, super

Von den 36 gemeldeten Gelbfahlen mit Binden waren 8 Käfige leer geblieben. Gleichwohl konnte man anhand der 10,18 ausgestellten Strasser die Überzeugung gewinnen, dass sich der Zuchtstand leicht zum Positiven hin verbessert hat. Der sehr gute Notendurchschnitt macht es deutlich. Gleichwohl war Täubern teils mehr Volumen zu wünschen, andere sollten im Kopf substanzvoller sein (trat häufiger auf). Einige Täubinnen hätten in der Schildfarbe gleichmäßiger sein sollen, andere wiederum insgesamt gedrungener im Körper (war in einer ganzen Reihe von Kritiken enthalten). Bei beiden Geschlechtern wurden Tiere vorgestellt, denen gleichmäßigere Rückenfarbe ohne Weißeinlagerungen und durchgehende zweite Binden zu wünschen waren. Die herausragenden Tiere stellten Ingo Liedtke (1,0 alt v, 1,0 jung hv), Hartmut Lorenz (0,1 jung hv) und Walter Heinemann (0,1 alt hv).

Die 46 Strasser gelbfahlgehämmert (15,16 jung, 6,9 alt) präsentierten vielfach recht typische Strasserformen mit entsprechender Haltung bei tiefem Stand. Auch die Farbe des Gefieders und der Augen war überwiegend in Ordnung. In der Spalte Wünsche kamen die Formulierungen „insgesamt gedrungener“ und „mehr Kopfrundung über den Augen“ vor. Einige Tiere hätten in der Hämmerung markanter oder in der Hämmerungsfarbe intensiver sein sollen. Auch in diesem Farbenschlag ist die nötige Geschlossenheit des Gefieders nicht immer gegeben. Mängel waren fehlende Brustfülle und zu wenig Kopfsubstanz. Erstklassige Rassevertreter zeigten Ingo Liedtke mit v auf 1,0 jung und 1,0 alt sowie hv auf 1,0 jung. In jeder Hinsicht eine Klasse für sich waren die 9 Alttäubinnen mit v für Klaus-Rudolf Schmager sowie hv für Ingo Liedtke und Guido Große.

3 Strasser blau mit weißen Binden zeigten die richtige Schwingen- und Schwanzfarbe. An der Strasserform und den Kopfpunkten muss nachhaltig weiter gearbeitet werden, ebenso an der Bindenausprägung und –farbe einschließlich Saum. Der Weg zum Ziel scheint beschwerlich.

Eine beachtlich große Kollektion hellblau mit weißen Binden (13,14 jung und 6,6 alt) ermöglichte einen guten Einblick in den derzeitigen Zuchtstand. Die 1,0 hatten in ihrer Mehrzahl volle, runde Formen mit genügend Körpervolumen in der Hand. Hier wurden züchterische Fortschritte vorgeführt. Gefallen konnten weiterhin die Köpfe mit lebhaft gefärbten Augen. In der Federfestigkeit nebst der geschlossenen Nackenfederstruktur ist dieser Farbenschlag unter den Strassern vorbildlich. Farblich gab es keine großen Wünsche, die aufgehellten Schwingen und die Schwanzspiegelzeichnung entsprachen dem Zuchtziel. Die Binden waren in den meisten Fällen durchgehend und sauber, ohne Rostansätze allerdings mit Wünschen im Saum. Es gab leider reichlich Tiere mit farbigem Schenkel- und Bauchgefieder, insbesondere bei den jungen 1,0. Die Alttiere hoben sich von der Qualität der Jungen augenfällig positiv ab. Einen prima alten 1,0 mit v zeigte Wilfried Werner. Dazu kamen für ihn noch je 1 hv auf 1,0 jung und 1,0 alt. Dietmar Ross konnte 3 hv für sich verbuchen, je eins auf 1,0 alt, 0,1 jung und 0,1 alt.

Klein (die Kollektion) aber fein kann den 8 schwarz mit weißen Binden und ihrem Aussteller Mario Vaterodt bescheinigt werden, hv auf eine junge Täubin. Lange wurde von vielen Züchtern die Ansicht vertreten, dass es wohl kaum möglich sein werde, rein schwarze Strasser mit rein weißen binden zu züchten. Auf dieser Schau wurde jedoch ein beachtlicher Fortschritt in der Farbe vorgeführt, nämlich tief schwarz ohne blauen Anflug. Die Binden waren ebenfalls reiner und durchgehender als in Vorjahren, dazu kamen durchgefärbte Keile ohne Ausnahme. Nun gilt es das Erreichte zu festigen und die Form und Größe zu verbessern.

Eine Taube in rot mit weißen Binden stand mangels Vergleichsmöglichkeit in ihrem Farbenschlag auf verlorenem Posten. Demgegenüber wurden immerhin 6 in gelb mit weißen Binden präsentiert. Man muss schon ein großer Idealist sein, wenn man sich diesen Farbenschlägen zuwendet. Bis auf ein Ausnahmetier (1,0 alt mit hv für Rudolf Fechter) waren die gezeigten Strasser noch recht klein im Körper und Kopf. Hier sind Fortschritte von Nöten und darüber hinaus in der Farbe und den Binden.

Immer wieder begeistern können durch ihr Zeichnungsbild die blau-weißgeschuppten. Schon die Zahl der ausgestellten Tauben in beiden Geschlechtern (2,8 jung, 1,3 alt) dokumentierte, dass die 0,1 den 1,0 zurzeit qualitativ überlegen sind. Die Täuber zeigten kräftige Körper, wobei in der Ausrundung zu einer harmonischen Strasserform noch kleine Wünsche bestanden. Bei markant abgesetzter Schuppung hätten die Binden noch sauberer sein dürfen. Mehr Stirnbreite war ebenfalls vermerkt. Demgegenüber präsentierten die 0,1 feine, volle Formen mit fester anliegender Feder. Die Schuppung war klar und gleichmäßig. Die Köpfe mit Stirnfülle in schöner Bogenlinie verlaufend gefielen, jedoch konnten bei einigen Täubinnen die Augen etwas lebhafter rot bis orangerot sein. Hv gab es für Dietmar Gutzeit (0,1 jung und 0,1 alt) sowie für Erwin Martens (0,1 jung).

5,7 des Farbenschlags hellblau-weißgeschuppt vermittelten dem Betrachter ein recht ausgeglichenes Schuppungsbild. In den Formen war das leider nicht der Fall. Kürzer und gedrungener sollte hierzu auf dem Aufgabenplan stehen. Gefestigt werden müssen auch noch andere Zuchtziele in den Bereichen Kopf, Schwingen- und Schwanzfarbe, Nackenzeichnung und Schenkelgefieder. Dass die Vorzüge von Elterntieren nicht so einfach an deren Nachkommen weitervererbt werden, ist nicht neu und schien sich in der Jungtierklasse nochmals zu bestätigen. Dietmar Roos wurde mit 2 hv auf 0,1 alt belohnt.

Die Strasser schwarz gesäumt sind kontinuierlich besser geworden, der Züchtwerkreis weitet sich erfreulicher Weise aus. 99 Exemplare (42,37 jung und 9,4 alt) waren für diesen Wettbewerb aufgeboten. Unter Berücksichtigung der seit Jahren ähnlich hohen und höheren Meldezahlen sei dem Verfasser dieser Zeilen die Frage erlaubt, wie lange es noch gerechtfertigt ist, die Schwarzgesäumten als Seltenen Farbenschlag zu führen? Überwiegend kräftige Exemplare standen in den Käfigen. Es ist immer wieder erstaunlich wie viel Köpervolumen die Mehrheit der Schwarzgesäumten vorzuweisen hat. Es liegt meistens an der glatten Feder, dass insbesondere bei den Täubern vermehrt der Wunsch nach tieferer und runderer Brust vermerkt werden musste. Gelegentlich vermisste man die volle Unterlinie aber auch aufgrund der Beinlänge. Zahlreiche Tauben, vorwiegend die Preistiere, zeigten schon eine recht typische Strasserform, wobei allerdings anzumerken ist, dass das Gefieder in diesen Fällen etwas fülliger getragen wurde ohne dass es dabei locker wirkte. Dieser Zuchterfolg bringt den Farbenschlag voran. Es wird jedoch unbedingt darauf zu achten sein, dass nicht zu viel des Guten geschied und dann Probleme auftreten, die in anderen Farbenschlägen schon bestehen. Nochmals weniger geworden sind auch die Fälle mit bläulicher Kopffarbe, unreinen Binden sowie unreinem Schenkel- und/oder Bauchgefieder. Die Augenfarbe entsprach mehrheitlich den Anforderungen, die Pünktchen in den Iriden konnten fast ganz zurück gedrängt werden. Häufiger anzutreffen war der helle oder sichtbar aufgehellte Augenrand, der Wunsch nach markanterer Säumung und mehr Farbstoff im Rückengefieder. Latzlänge bzw. Zopfansatz waren vorwiegend bei den Täubern in der Bewertung angesprochen. Die meisten hohen Noten konnte Hans Jürgen Dennerl für sich verbuchen (v auf 0,1 jung, 3x hv auf 1,0 jung); mit je 1x hv folgten Lothar Hoyer (0,1 jung), Erwin Martens (0,1 jung) und Karl-Heinz Wittig (0,1 alt).

10,15 rot gesäumt wiederum eine stolze Zahl. Die Form hat sich erheblich verbessert, auch in der Körpermasse. Die Farbe war bei den meisten Tieren intensiv rot, dabei fehlte es aber an der Säumung. Um oben mitzumischen ist eine Saumbildung und saubere Binden aber notwendig, wie es die Bezeichnung sagt, hier sollte man zwischen Zucht und Ausstellung unterscheiden. Probleme bereiten noch die angelaufenen Schnäbel, ebenso der rote Augenrand. Die Köpfe waren rund und von der Größe passend zum Körper. Viele Tiere hatten breite Unterschnäbel, hier muss einiges getan werden. Weiße Schwingen und Keil haben im Käfig nichts zu suchen. Anton Brogner stellte einen hochfeinen Jungtäuber der nicht zu übersehen war und zur Höchstnote V 97 HB kam. Bei den Täubinnen dominierten Helmut Hess und Manfred Guttke mit jeweils Hv 96.

Die beiden alten gelb gesäumt gefielen in Form und Größe. Die Köpfe waren anforderungsgerecht und es gab keine Beanstandungen zur Schnabelfarbe und Reinheit des Schenkelgefieders. Leider war die Zeichnungsfarbe nicht eindeutig gelb. Des Weiteren hätte die Säumung noch ein wenig klarer sein sollen. Bei der Erstellung dieses Berichts haben mich die amtierenden Sonderrichter Hermann Bormann, Siegfried Grenz, Wolfgang Schwegler und Karl-Heinz Sommer mit wertvollen Hinweisen hilfreich unterstützt. Dafür danke ich. Die Palette der züchterischen Aufgaben ist groß und ihre Erledigung sicherlich nicht ganz einfach. Packen Sie sie an! Auf Wiedersehen in Weißenborn bei der nächsten HSS am 20.-22. November 2009.

Hermann Lübbering