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2. Europaschau und 55. Hauptsonderschau
der Strassertauben 2011 in Reichertshofen
Insgesamt 694 Strasser blau ohne Binden waren auf der 56. HSS
angetreten:
223,304 Jungtiere und 80,85 Alttiere. Die Jungtäuberklasse wurde von Mario
Hor und Helmut Metzner bewertet. Dabei wurden Täuber mit feinen Formen,
prima Köpfen, Klasse Feder und Farbe, die auch die nötige Eleganz
mitbrachten, nach vorne gestellt. Die Siegertiere zeigten: Plattner V97
Europacampionband (ECB), Stolte, Trauer und Bürzer V97 STB, sowie Gradert
und Wudi V97 Gedächtnisband. Ihnen folgten mit HV96: Hagenmüller, Bürzer,
Bergmann, Kamuf, Dr. Hota, Dr. Wienecke, Dr. Haupt, Volk, Kneißl und Potjans.
Bei den sg-Tieren wurden folgende Wünsche genannt: Brust tiefer, Unterlinie
voller, Hinterpartie kürzer, mehr Körbergröße Keilgefieder straffer,
Halsgefieder glatter, mehr Stirnhöhe und Stirnbreite, mehr Kopfrundung,
Rückenfarbe intensiver, Augen freier. Täuber, die zu klein waren, keine
Brusttiefe zeigten oder die Brust stark anzogen, Schilf in den Schwingen,
aufgehellten Rücken, breiten Unterschnabel, flache Köpfe oder zu schmale
Stirnpartien hatten mussten sich mit niederen Noten begnügen..
Die 80
Alttäuber bewertete Helmut Metzner. Nur acht davon konnten die Schwelle von
93 Punkten nicht erreichen. Das waren Täuber mit angezogener Brust, schmaler
Stirn oder mangelnder Körpergröße. Der am häufigsten genannte Wunsch betraf
das Nackengefieder. Als weitere Wünsche wurden Schildfeder fester, mehr
Stirnbreite oder Stirnhöhe. Eine klasse für sich waren die beiden Alttäuber
mit V97 STB und V97 EB von Bürzer und Gradert. Nur kleine Wünsche
verhinderten die Höchstnote bei den prima Täubern von Stolte, Dr. Wienecke,
Gradert und Kamuf 2x.
Die SR Markus
Trepte, Richard Weiß und Lutz Küttner hatten sich mit den 306 Jungtäubinnen
auseinander zu setzen. 63 davon konnten die Grenze von 93 Punkten nicht
erreichen, Ursächlich dafür waren Mängel wie: fehlende Brusttiefe, aufrechte
Haltung, stark nach vorne gebeugte Haltung, zu enger oder zu hoher Stand,
wenig Körpergröße, nicht zum Körper passende Köpfe oder stark geputztes
Nackengefieder. Bei den sg-Tieren waren Wünsche wie: Schenkelgefieder
reiner, Gefieder straffer, Unterlinie voller, Haltung waagrechter, mehr
Brust- und Schulterbreite. Die besten Jungtäubinnen stellten: Dr. Hota V97
ECB, Plattner 2x, und Bergmann jeweils V97 STB, sowie Bürzer V 97 EB,
Potjans V97 EB, Gradert V97 EB und Dr. Wienecke mit V97EB und V97 STT. Ihnen
folgten die Tiere mit HV 96 von: Baumgartner, Assmann, Kollhoff 2x, Zellmer,
Zwahlen, Gradert, Hannß, Wudi, Schwegler und Bergmann.
Die 85
Alttäubinnen wurden von SR Hartmut Lorenz bewertet. Nur 13 mal weniger als
93 Punkte sind Beleg für die Ausgeglichenheit der alten Damen. Mängel wie:
stark angezogene Brust, schmale Stirn, zu kleiner Kopf, Scherenschwingen,
mangelnde Rückendeckung führten dazu. Die hauptsächlichsten Wünsche waren:
mehr Kopfwölbung, Brustgefieder geschlossener, mehr Brusttiefe,
Nackengefieder geschlossener bzw. glatter. Die mit V97 STB, V97 KDG und V97
EB herausgestellten Täubinnen von Bergmann, Kamuf und Schulze spiegelten den
momentanen Zuchtstand in diesem Parade-Farbenschlag wider.
Die HV-Tiere stellten: Saller, Trauer, Bergmann und Berger.
Herbert Allersdorfer
Die 24,31
jungen und 8,8 alten Blauen mit schwarzen Binden wurden von SR Lorenz
bewertet. Hier kann man feststellen, dass die Spitze weiter zusammengerückt
ist. Vor allen bei den 1,0 jung und alt konnten nur 3 Tiere die 93 Punkte
Grenze nicht erreichen. Bei einer überwiegend typischen, kurzen, gedrungenen
Form mit tiefer Brust, passendem Kopf und einer ausreichend festen Feder
lagen die meisten Wünsche bei einer noch längeren 2. Binde, einer satten
Schwingenfarbe und mehr Kopfrundung über dem Auge. V 97 EB wurde für einen
feinen 1,0 von K. Ahl vergeben, hv 96 erhielten ein 1,0 jung von A.
Baumgartner sowie 1,0 alt von K. Ahl und S. Kneißl. Die 31 Jungtäubinnen
waren nicht so ausgeglichen wie die 1,0. Tiere mit nur angedeuteter 2.
Binde, zu lockerer Feder bzw. Rost in den Schwingen konnten keine 93 Punkte
erreichen. Der überwiegende Teil zeigte sehr gute Formen bei einer festen
Feder. Die Wünsche lagen wie bei den 1,0. Große Klasse waren die 8
Alttäubinnen. Kein Tier erhielt hier unter 94 Punkte, dass sagt wohl alles
über die Qualität aus. Dennoch konnten sie in der Feder noch glatter sein. V
97 STB und 2x hv 96 für 0,1 jung erreichte E. Rübestahl. und hv 96 wurde für
eine 0,1 alt von K. Ahl vergeben. Die Zuordnung bei den 137
Blaugehämmerten und den 11 Blaudunkel- gehämmerten stimmte bis
auf wenige Ausnahmen. Beide Farbschläge wurden durch SR Wudi bewertet.
Kurze, breite Formen konnten weiter gefestigt werden. Auch die Köpfe gaben
selten Anlass zur Kritik. Dagegen muss in Punkto Federfestig- keit mit
Nachdruck gearbeitet werden. Hier gab es die meisten Wünsche und Kritiken.
Das es geht bewiesen uns die herausgestellten Tiere. Die Hämmerung gab
selten Anlass zur Kritik. Wobei es nach wie vor für zu offene Hämmerung
untere Noten gab. Tiere mit Löchern im Nackengefieder, farbigem Bauch- und
Schenkel -gefieder sowie anziehender Brust wurden zurückgesetzt. Einige 1,0
wie auch 0,1 vor allen bei den Jungtieren hatten Wünsche im Kopfbereich.
Etwas mehr Stirnanstieg und Stirnbreite oder mehr Oberkopfrundung wären
wünschenswert. Bindenrost bzw. Rost in der Hämmerung gaben wenig Anlass zur
Kritik. Hier spielten oftmals die Lichtverhältnisse eine große Rolle, die
berücksichtigt werden mussten. Man kann feststellen, dass die Tiere mit
Schwingenrost stetig weniger werden. Auf einen feinen 1,0 alt errang
J.Saller v 97 StB. Hv errangen K. Krickhahn, K.-H. Voigt 2x und J. Bürzer
2x. Bei den 0,1 erreichte J. Bürzer 2 x v 97 und hv, ebenfalls hv errangen
K.-H. Voigt und J. Saller. Gleiches wie über die Blaugehämmerten ist auch
über die 11 Blaudunkelgehämmerten zu sagen. Bei Ihnen konnte A.
Kleeberger v 97 STB auf eine 0,1 jung und hv auf einen 1,0 jung erreichen.
Gerald Wudi
Die 182
schwarzen Jungtäuber wurden von den SR Peter Rehm und Uwe Kühne
bewertet. Neben der Höchstnote für Sistermann und R. Steinbach gab es die
Note HV für Ritzmann, Dr. Steinbach, Wiesnet Grötsch, Kneißl, A. Trepte,
Fischer und Dr. Kovacs. Dabei waren überwiegend Tiere mit der entsprechenden
Körpergröße und ansprechenden Formen zu sehen. Den Strasserkopf mit der
geforderten Substanz, Scheitelhöhe und der breiten ansteigenden Stirn
zeigten neben den Spitzentieren auch einige der Tiere im sg- Bereich.
Wünsche wie: mehr Brusttiefe, mehr Stirnbreite bzw. Stirnhöhe, Gefieder
straffer, Rücken abgedeckter, weniger haarige Nackenfeder und mehr „
Bodenfreiheit“ (der Ring soll sichtbar sein) waren bei den sg Tieren
aufgeführt. Täuber mit zu wenig Körpergröße, angezogener Brust, zu kleinem
Kopf (muss zum Körper passen), Haariges Nackengefieder oder matter Farbe
erreichten zu Recht nicht die Note sg.
Bei den 42
schwarzen Alttäubern, die von SR Kühne bewertet wurden, stellte
Hagenmüller mit V97 ECB das Spitzentier, sowie Sistermann 2x, Krause 2x,
Metzner und Ohla die HV-Tiere. Von den restlichen alten Herren erreichten
nur sechs nicht die Note sg. Ausschlaggebend dafür waren Mängel wie zu lange
Hinterpartie, offener Rücken, breiter Unterschnabel, hängende Augenlider.
Wünsche wie Farbe satter, mehr Kopfgröße, Hals- oder Schildfeder glatter,
Stand tiefer, Keilgefieder straffer waren bei den sg Tieren vermerkt.
Unter den von
der SR Stolte und Heeß bewerteten 210 0,1 jung schwarz
standen mit der Höchstnote die jungen Damen von Ohla mit STB und
Allersdorfer mit EB sowie mit HV die von Metzner, Heller 2x, Fuchs,
Sistermann 2x, Rucker, Altkrüger, Tamcke Schubert, Kneißl, Grötsch und Lutz.
Wünsche wie: Brust tiefer, Haltung waagrechter, Rücken abgedeckter,
Nackengefieder glatter, Stirn voller oder Farbe satter waren bei den
sg-Tieren vermerkt. Mängel wie aufrechte Haltung, breiter Unterschnabel,
flache oder schmale Stirn, führten zu niederen Noten. In der ebenfalls von
SR Kühne bewerteten sehr ausgeglichenen Kollektion der 68 schwarzen
Alttäubinnen reichte es für Ohla zwei mal zur Höchstnote mit ECB und
STB. Mit HV folgten Rübig, Hagenmüller, Kohl und nochmals Ohla. Bei nur 6
Tieren mit der Note gut in der gesamten Klasse, standen hier wirklich prima
Vertreterinnen dieses Farbenschlages und so führten Nuancen zur Abstufung
bei der Vergabe der Preise.
Bei den 104
gemeldeten und SR Gerhard zugeteilten 1,0 jung rot erreichte Junge
V 97 ECB. Die
Note HV errangen Redel 2x, Fischl, Söllner und Sack. Der überwiegende Teil
der Kollektion genügte den Anforderungen bezüglich Form, Größe, Farbe und
Augenfarbe. Die hauptsächlichsten Wünsche betrafen Brusttiefe, Haltung,
Nackengefieder, reinere Warzen und Schnäbel sowie die Standtiefe und die
glatte Schildfeder. Auch sind die zum Körper passenden Köpfe noch lange
nicht Allgemeingut. Bei den von SR Berger bewerteten 32 Alttäubern
erreichte keiner die Höchstnote. HV96 ging an Ohla. Bei den übrigen alten
Herren fehlte es oft an der nötigen Kopfsubstanz, der entsprechenden
Kopfform, der geforderten Brusttiefe und an der nahezu waagrechten Haltung.
Auch im Bereich der Schildfeder war selbst bei weniger satter Lackfarbe die
haarige Feder nicht zu übersehen. Ebenso wurde das z.T. sehr haarige
Nackengefieder moniert und führte zu niederen Noten.
Unter den von
SR Berger bewerteten.131 Jungtäubinnen waren die von Redel mit V97
ECB und Zarte mit V97 STB der Maßstab. Zum HV reichte es für Weinfurtner,
Achhammer, Redel und Arenz. Neben den Spitzentieren konnte hier auch ein
Großteil der übrigen jungen Damen durch prima Formen überzeugen. Auffallend
waren in dieser Klasse aber die relativ vielen angelaufenen Schnäbel.
Berechtigt waren auch die vermehrten Wünsche nach einer korrekten Breite des
Unter- schnabels und nach geschlossenem Keil- und Schwanzgefieder, sowie
einem insgesamt strafferem Gefieder. Auch ein besserer Rückenschluss wurde
des Öfteren angemahnt. Eine Klasse für sich war die 0,1 alt von
Grötsch mit V 97 EB. HV ging an
Fischl, Arenz,
Sack und Weinfurtner. Insgesamt erfüllte die Kollektion die Anforder- ungen
an Form und Größe. Meist im Wunschbereich lagen die Ausführungen zur Form
des Kopfes, der Schild- und Schwingenfarbe, sowie eines strafferen
Gefieders.
Des Öfteren war
aber trotzdem der Wunsch nach mehr Schulter- und Brustbreite, einer
breiteren und steileren Stirn sowie tieferem Stand zu verzeichnen
Die 65
ausgestellten 1,0 jung gelb wurden von SR Ahl bewertet. Neben dem
Tier von Reitberger mit V97 ECB stachen noch die HV-Tiere von Wolf und
Achhammer heraus. Wenn in dieser Klasse über ein Viertel der Tiere die
Anforderungen an Form, Größe und Kopf voll erfüllte, so ist dies ein großer
Schritt vorwärts. Die meisten Wünsche betrafen mehr Schulter- und
Brustbreite, eine breitere und steilere Stirn, sowie tieferem Stand . Gerade
die in der Größe überzeugenden Täuber hatten oft besonders im Keil mit einer
fast zu lockeren Feder zu kämpfen. Ach die Struktur der Nackenfeder und der
Rückenschluss müssen weiter verbessert werden.
Bei den von SR
Lübbering bewerteten 22 Alttäubern in gelb errang Wolf V97 STB und
Reitberger HV. Auffallend war hier, dass bei fast der Hälfte Wünsche
bezüglich der Stirnbreite und des Stirnanstiegs angebracht waren. Im Übrigen
gelten hier die gleichen Ausführungen wie bei den Jungtäubern.
Auch mit 91
gelben Jungtäubinnen musste sich SR Ahl auseinandersetzen.V97 ECB für
Achhammer auf eine prima Jungtäubin, sowie HV für Heigl, E. Wohlrab,
Kopfmüller und gleich 3 mal Achhammer. Die entsprechende Form, Körpergröße
und der tiefe, breite Stand sowie passende Köpfe wurden meist unter Rubrik
Wünsche gefordert. Mit Nachsicht musste der oft nicht korrekte Rückenschluss
bewertet werde. Es waren meist schöne Formentiere, die in diesem Punkt zu
Wünschen Anlass gaben. Genau wie im roten Farbenschlag gibt es auch hier
immer noch Probleme mit unreiner Schnabelfarbe und der haarigen Schildfeder.
Zum Positiven hat sich dagegen die gewünschte satte, goldgelbe Farbe und die
Augenfarbe entwickelt. Auch bei den 30 gelben Alttäubinnen die
ebenfalls von SR
Lübbering
gesichtet wurden, erreichte Wolf V97 FKG. Zu HV96 reichte es für Arenz. Kaum
Wünsche oder gar Mängel in der Form, zum jeweiligen Körper passende Köpfe,
und der geforderte tiefe und breite Stand waren überwiegend vorhanden.
Wünsche gab es nach einem insgesamt strafferen Gefieder, speziell auch im
Keil und auch nach mehr Rückenschluss.
Herbert
Allersdorfer
Den Reigen der
fahlen Farbschläge eröffneten 1,2 Blaufahl ohne Binden in
herausragender Qualität. Das zurückgesetzte Tier hatte leider Probleme in
der Rückenfarbe. R. Kollhoff errang auf einen 1,0 jung v 97 und T. Berger hv
auf eine 0,1 alt. Wie auch die Blaufahl ohne Binden bewertete SR Schwegler
die 13,15 Blaufahl mit dunklen Binden. Ihnen konnte eine straffe
Feder sowie eine super Augenfarbe bescheinigt werden. Die Wünsche lagen im
Bereich der Köpfe. Besonders bei den 1,0 sollte die Kopfform verbessert
werden. Bei einigen wurden getrenntere Binden gewünscht. Eine Folge der sehr
straffen Feder wird wohl der Wunsch nach mehr Unterlinie geschuldet sein.
Die meisten Probleme lagen aber in der Bindenreinheit. Hier wird eine dunkle
Binde ohne Rosteinlagerung gefordert, was nicht immer vorhanden war. Tiere
mit stark geputzten Nacken bzw. fehlender 2. Binde wurden zurückgesetzt. V
97 wurde für eine feine 0,1 alt von R. Kollhoff vergeben. Hv für einen 1,0
erreichten U. Billenstein und T. Berger. Nur ein Blaufahlgehämmerter
Jungtäuber, dafür in ansprechender Qualität, wurde gezeigt. Den 5,1
Rotfahlen ohne Binden konnte eine recht gute Strasserform bescheinigt
werden. Jedoch sollten vor allem bei den 1,0 die Köpfe noch etwas kräftiger
und die Schildfarbe noch reiner sein. Auf eine saubere Schenkel- und
Bauchfarbe muss verstärkt acht gegeben werden. Die sage und schreibe 92
Rotfahlen mit Binden wurden wie auch Ihre hohligen Partner von SR H.-J.
Gradert bewertet. In Form und Kopf gab es nur bei wenigen Tieren
Beanstandungen. Stark verbessert wurde die Augenfarbe. Nur 5 Tiere hatten
diesbezüglich Wünsche. An der Binden- führung und Bindenlänge muss weiter
gearbeitet werden. Bei über der Hälfte sollte die 2. Binde länger sein. Auch
auf die richtige Haltung ist zu achten, ca. 1/5 der Tiere hatten Probleme
mit angezogener Brust. In der Feder hatten ebenfalls einige Nachholbedarf.
Meistens sind es die typvollsten Tiere die sich mit etwas bläulichen Keil
bzw. auch Kopffarbe zeigten. Daran gilt es weiter zu arbeiten. Dagegen
mussten einige wegen farbigen Schenkel- und Bauchgefieder zurückgesetzt
werden. Es zeigte ein nicht geringer Teil der ausgestellten Tiere eine
erhebliche Fußbefiederung. Dieser Erscheinung muss mehr Beachtung geschenkt
werden. Bei den 1,0 konnte H. Lindenberg hv auf einen jungen 1,0 und W.
Dörfer auf einen alten 1,0 erringen. Bei den 0,1 jung erreichten v 97 P.
Rehm und hv R. Weiss 2x. In der Klasse der alten Täubinnen konnten v 97 R.
Weiss und hv W. Heinemann und M. Hor erreichen. Den Rotfahlgehämmerten
Farbschlag, 22,53 jung und 10,13 alt, bewertete SR Schwegler. Dieser
Farbschlag zeichnete sich auch diesmal mit überwiegend typischen Formen und
Köpfen aus. Das Hämmer- ungsbild war bei den meisten im richtigen Verhältnis
und auch gleichmäßig. In der Hämmerungsfarbe konnten einige jedoch noch
satter sein. Wie auch bei den bindigen muss auf anziehende Brust und auf
anliegende Feder verstärkt geachtet werden. Hier hatten einige Wünsche und
Mängel aufzuweisen. Ein Problem, ähnlich den Blaugehämmerten und den
Rotfahldunkelgehämmerten, ist in diesem Farbschlag mehr oder weniger stark
farbiges Bauch- und Schenkelgefieder. Aus diesem Grund mussten einige sonst
sehr gute Tiere zurückgesetzt werden. Die Augenfarbe, die vor einigen Jahren
noch Wünsche offen ließ, hat sich sehr stark verbessert. Die Meldungen der
Farbschläge Gehämmert bzw. dunkelgehämmert passen teils noch nicht. Es
stehen doch noch einige Dunkelgehämmerte bei den Gehämmerten und umgekehrt.
Darauf muss in Zukunft seitens der Züchter noch mehr acht gegeben werden.
Die Spitzentiere zeigten bei den Täubern v 97 STB W. Heinemann auf jung und
v 97 SVE U. Assmann auf alt, bei den Täubinnen v 97 EB G. Hauer, v 97 STT E.
Lau und hv G. Hauer 2x auf jung sowie hv für W. Heinemann und G. Lorber auf
alt. Für die 20 Rotfahldunkelgehämmerten gelten gleiche Ausführungen
wie bei den Rotfahlgehämmerten. Bei ihnen ist es wahrscheinlich normal, dass
sie sich gegenüber den Gehämmerten durch eine satte Hämmerungs- farbe
auszeichnen. Für eine feine 0,1 jung erhielt G. Lorber v 97 Europachampion ,
hv gab es für G. Lorber, M. Hor und G. Hauer. SR Heeß wurden die Gelbfahlen
mit Binden, die Gelbfahlgehämmerten und die Gelbfahldunkelgehämmerten zur
Bewertung übertragen. Die Kollektion der 57 Gelbfahlen mit Binden
konnte einfach begeistern. Harmonische Formen mit dazu passendem Kopf sowie
überwiegend glatte Feder waren auf breiter Basis zu sehen. Abstufungen bei
den 1,0 gab es wegen wenig Kopfsubstanz und Schildreinheit. Hier lagen
Wünsche bzw. Mängel. Bei den Täubinnen sollte bei einem Teil die Kopf- und
auch die Keilfarbe nicht härter werden. Die Bindenführung war selten zu
beanstanden, wenn auch die Bindenfarbe bei einigen Tieren etwas leuchtender
gelb sein konnte. Auf Schenkel- und Bauch- farbe muss weiter geachtet
werden. Die Spitzentiere zeigten bei den 1,0 jung mit hv .H. Lorenz und H.
Lindenberg und bei den 1,0 alt mit v 97 EB H.-J. Bergmann und mit hv U.
Billenstein. Bei den 0,1 jung zeigten mit v 97 STB H.-J. Bergmann und v 97
SVE H. Lorenz die besten Tiere. Die 11,23 Gelbfahlgehämmerten
zeichneten sich ebenfalls, wie die Bindigen, durch sehr gute Formen mit
passenden Köpfen aus. In der Feder konnten einige, vor allem im
Nackengefieder, noch geschlossener und fester sein. In der Hämmerung waren
auch Wünsche nach mehr Gleichmäßigkeit. Wie bei den anderen gehämmerten
Farbschlägen bereiten reines Schenkel- und Bauchgefieder auch bei den
Gelbfahlgehämmerten ihre Probleme. Aus diesem Grund mussten einige Tiere in
der Bewertung zurückgesetzt werden. Auch bei ihnen standen noch einige
Vertreter, die eher in der „dunkel“ Farbvariante anzusiedeln gewesen wären.
Sonst waren farblich wenige Beanstandungen zu machen. Die meisten Tiere
hatten eine satte, goldgelbe Farbe mit der entsprechenden
geschlechtsgebundenen Kopf- und Keilfarbe. Mit v 97 SVE und hv wurden die
Tiere von R. Kollhoff sowie mit v 97 STT und hv von H.-J. Bergmann
herausgestellt. Die 2,0 jung und 1,0 alt in Gelbfahldunkelgehämmert
zeigten alle eine feine Farbe und auch noch Hämmerung auf dem Schild.
Ansonsten lagen die Wünsche wie bei den Gelbfahlgehämmerten. Unter den
Gelbfahldunkel- gehämmerten stand ein feiner 1,0 jung von U. Assmann der mit
hv bewertet wurde.
Gerald Wudi
Die seltenen
Farbenschläge:
Ein buntes Bild
über alle zehn anerkannten Farbenschläge bot sich den Sonder- richtern und
Betrachtern der HSS in der Gruppe der Seltenen. Es waren 239 Rasse-
vertreter gemeldet – ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr.
Den Anfang
machten 5 Blaue mit weißen Binden. Alle zeigten abgerundete
Formen und anforderungsgerechte Köpfe, wobei die 3 Alttäuber naturgemäß mehr
zu bieten hatten als die 1,1 Jungtiere. Wünsche gab es durchgängig zur
Reinheit der Binden. Weiter ist zu beachten, dass das Zuchtziel auf einen
markanten schwarzen Bindensaum gerichtet sein muss. Weiterhin ist eine
durchgehend schwarze Schwanz- und Schwingenfarbe anzustreben. Alle Noten
lagen im sg-Bereich. Von den Hellblauen mit weißen Binden waren 31
Stück ausgestellt (10,8 jung und 6.7 alt). Bei der überwiegenden Zahl der
Tiere lag die Form und Größe im sg-Bereich und höher. Vereinzelt
präsentierten sich Tiere mit hochgezogener Brust. Das ist unschön und musste
in die Bewertung einfließen. Die Köpfe waren in den meisten Fällen
anforderungsgerecht. Positiv fiel bei beiden Geschlechtern die feste Feder
auf. Farblich entsprachen die aufgehellten Schwingen und Spiegelschwänze dem
Zuchtziel. Die Binden waren durchweg rein ohne Rostansätze. Mehr Länge in
der 2. Binde hätte einigen Tieren jedoch gut zu Gesicht gestanden. Der
Bindensaum sollte weiter zurückgedrängt werden. Deutlich sichtbare
Farbeinlagerungen in den Schenkeln, im Bauchgefieder bzw. Bugbereich führten
zu Punktabzügen. Melierte Kopffarbe konnte ebenfalls nicht toleriert werden.
Die Spitzennote „v“ konnten Dietmar Ross auf 1,0 jung und Winfried Werner
auf 1,0 alt für sich verbuchen. „Hv“ errangen Winfried Werner (1,0 alt) und
Dietmar Ross sowie Wolfgang Maier (jeweils 0,1 jung).
Zwei Züchter
stellten 7 Schwarze mit weißen Binden aus. Ausstellungsfähige Tiere
dieses Farbenschlags zu züchten ist nicht einfach. Trotzdem geht es langsam
aber stetig voran. Andreas Huber zeigte eine nach dem Zuchtstand
vorzügliche, wunderschöne junge Täubin mit satter lackreicher Farbe und zwei
reinweißen Binden und wurde mit „v“ StB belohnt. Bei den übrigen Tieren
bestanden Wünsche zur Standtiefe, Kopfform, Farbe und Augenfarbe sowie zu
den Binden.
7 Rote mit
weißen Binden ließen erahnen, dass hier der Weg zum Ziel nicht einfach
sein wird. Form, Größe und Haltung müssen nachhaltig vorangebracht werden.
Die Binden müssen klarer hervortreten, und verwaschene Farben sowie blauer
Anflug im Rücken und Keil sind unerwünscht. Auch bessere Köpfe sind
anzustreben ohne breiten Unterschnabel. Das beste Tier der Kollektion zeigte
Volkmar Kutzner, eine 0,1 alt mit „hv“ bewertet. Von den 5 Gelben
mit weißen Binden konnten vier Tiere durch Form und Kopf den sg-Bereich
für sich sichern. An Wünschen waren notiert: bessere Bindenführung und
-reinheit, Kopffarbe satter gelb, Schnabelfarbe reiner, Rücken- und
Keilfarbe ohne Blaustich. Viel züchterisches Engagement wird noch
erforderlich sein, um auch in diesem Farbenschlag das Zuchtziel zu
erreichen. Die 14 Blau- weißgeschuppten (5,6 jung und 1,2 alt)
zeigten sich in sehr guter Form und tief stehend. In Einzelfällen wäre etwas
mehr Stirnbreite und Kopfsubstanz von Vorteil gewesen. Überrascht hat, dass
mehr als die Hälfte der Tiere Wünsche in der Schuppung offen ließ. Insoweit
war die Durchschnittsqualität auf früheren HSS schon besser. Fortschritte
hingegen hat es bezüglich der unerwünschten Farbeinlagerungen im Schenkel-
und/oder Bauchgefieder gegeben. Auch scheint die korrekte
Hinterkopfzeichnung inzwischen in den Zuchten mehr gefestigt zu sein. Das
schönste Tier der Kollektion war eine junge 0,1 von Erwin Martens mit „hv“
bewertet. Von den15 hellblau-weiß- geschuppte Strasser konnte
nur gut die Hälfte mit ihrer Form punkten. Den anderen fehlte es an
Körpervolumen, voller Unterlinie oder Standtiefe. Einige waren in der
Hinterpartie schon recht lang. Das stört das harmonische Gesamtbild. Die
Schwingen- und Schwanzfarbe sollte künftig etwas heller werden und mehr
Spiegelzeichnung zeigen, um sich korrekt von den Blau-weißbindigen zu
unterscheiden. Dietmar Ross errang „hv“ auf 0,1 alt.
Die Bewertung
aller Gesäumten war dem SR Franz Nömmer übertragen. Ich danke für
seinen hilfreichen Berichtsbeitrag.Das Meldeergebnis von 130 schwarzge-
säumten Strassern (42/56 jung und 11/21 alt) beweist die
Beliebtheit dieses Farbenschlages. Wer die Entwicklung dieser Variante der
Seltenen mit verfolgt hat, kann die großartige Leistung der Züchter ermessen
und sollte ihnen Anerkennung zollen. In Form und Größe entsprach die
überwiegende Anzahl der Tiere dem kontinuierlich verbesserten Zuchtstand.
Von Ausnahmen einmal abgesehen standen sie auch nicht mehr so hoch wie vor
Jahren noch. Eine etwas kürzere Hinterpartie wäre hin und wieder vorteilhaft
gewesen. Prima Farbe mit Grünlack konnte in allen vier Klassen bei etwa zwei
Dritteln festgestellt werden. Augenfehler waren so gut wie nicht vorhanden,
wobei die Augenfarbe jedoch noch intensiver rot hätte sein können.
Fortschritte wurden auch in der Reinheit des Schenkel- und Flankengefieders
festgestellt. Nur noch etwa 10 Prozent der Tiere zeigte hier eine deutliche
Säumung. Auch die übergroße Kopfzeichnung scheint der Vergangenheit
anzugehören. Überhaupt nicht gefallen konnten Tiere mit hochgezogener Brust.
Hier sollten die „Schlägertypen“ von der Zucht ausgeschlossen werden.
Erforderlich ist es auch in der Zucht auf breiter Basis substanzvolle Köpfe
mit breit angesetzter Stirn und typischem Stirnanstieg zu erreichen. Die
Säumung prägt das Bild dieses Farbenschlags. Sie wurde auf den
Bewertungskarten fast immer angesprochen, häufig positiv, meistens aber als
Wunsch. Sie wird scharf gezeichnet, nicht auslaufend, die Feder gut
umfassend verlangt. Zu achten war auch auf die Rücken-, Keil- und
Schwingenfarbe. In allen drei Bereichen muss schwarzer Farbstoff vorhanden
sein. Schwarzgesäumte Strasser haben in der Regel ein glattes Gefieder.
Ausnahmen wurden in den Kritiken dokumentiert und bezogen sich meistens auf
das Nacken- und/oder Schwanzgefieder. Bei den Täubern errang Adolf Freund
mit einen sehr typischen Jungtier „hv“. Die Täubinnen präsentierten sich
überwiegend mit besserem Gesamteindruck als die Täuber. Bei den jungen 0,1
konnte die Note „v“ zweimal vergeben werden und zwar an Hans-Jürgen Dennerl
mit ECB und Herbert Hering mit StB. Letzterer errang außerdem 2x „hv“. In
der Klasse der alten Täubinnen fielen 4 „hv“, 3x für Herbert Hering und 1x
für Klaus Altgrüger.
Von den
Züchtern der Rotgesäumten waren 18 Jungtiere (9,9) zur Schau
gestellt, eine beachtliche Zahl. Die Form hat sich in dieser Farbvariante
nochmals verbessert, auch die Körperfülle, und die Köpfe passten zu den
Figuren. Bei den meisten Tieren war die Farbe in Ordnung. Leider fehlte aber
häufig eine hinreichende Säumung. Saum ist auf dem gesamten Flügelschild
erforderlich und saubere, getrennte Binden dazu. Probleme bereiten des
Weiteren noch ange- laufene Schnäbel, ebenso rote Augenränder. Der
Spitzentäuber mit der Note „v“ StB des Züchters Andreas Huber überragte in
Form, Haltung, Kopf, Farbe und Säumung alle anderen Tiere der Kollektion
deutlich. Ebenfalls von bester Qualität war die Jungtäubin desselben
Züchters mit der Note „hv“.
Von den 5
jungen Gelbgesäumten Strassern überzeugte ein Täuber in Form, Größe,
Haltung und Kopf. Leider musste er wegen mehrerer weißer Hand- schwingen
zurückgesetzt werden. „Sg“ konnte zweimal vergeben werden. In den Rubriken
Wünsche/Mängel waren die Merkmale Körperfülle, Schenkelgefieder- reinheit
und Säumung notiert.
Die
Jugendschau
Erstmals war
der HSS eine gesonderte Jugendschau angegliedert. Die Anregung hierzu
kam vom Zuchtfreund Klaus Bachmann. Der Vorstand des SV beschloss, einen
Versuch zu starten und es wurde ein voller Erfolg. Vier Jungzüchter stellten
51 Strasser in 9 Farbenschlägen aus. In der Durchschnittsqualität der
ausgestellten Tiere war so gut wie kein Unterschied zu den Farbenschlägen in
der Altersklasse feststellbar. Die vorstehend bereits gemachten allgemeinen
Ausführungen treffen deshalb auch für die Jugendschau zu. Es wird darauf
verwiesen. Besonders gefielen die hoch bewerteten Tauben von Nicolas Kern –
„v“ auf 0,1 alt rtfgeh -, Benjamin Wurster – „hv“ auf 0,1 jung bloB -,
Fabian Bachmann – „hv“ auf 1,0 alt blgeh – und Mathias Seitz – „hv“ auf 0,1
alt swges -.
In der
Schlussbetrachtung darf ich feststellen, dass diese Strasser-Europa-Schau
und Hauptsonderschau in jeder Hinsicht ein voller Erfolg war. Die Steigerung
der Meldezahl gegen den Trend war vom Ausstellungsleiter Manfred Schatz
vorhergesagt worden. Dazu beigetragen hat ohne Zweifel die Regelung, den
Ausstellern das Standgeld für jedes 11. gemeldete Tier zu erlassen. Ich
finde das super und sage danke. Freuen wir uns auf ein Wiedersehen in
Neudrossenfeld zur 56. HSS vom 09. bis 11. November 2012.
Hermann
Lübbering
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