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Unsere Strassertaube wird nun etwas näher vorgestellt. Zunächst
werden die Merkmale, wie sie im Standard des Bundes Deutscher Rassegeflügelzüchter
(BDRG) gefordert werden, im Teil1 genannt. Im Teil 2 erfolgt eine
ausführliche Erklärung der einzelnen Positionen
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Kommentar zur Musterbeschreibung
(Teil2 )
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Herkunft
Gesamteindruck
Rassemerkmale
Farbenschläge
Farbe und Zeichnung
grobe Fehler
Bewertung
Ringgröße
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Kommentar zur Musterbeschreibung
In der offiziellen Musterbeschreibung
sind die Forderungen zu den offiziellen Rassemerkmalen aufgelistet. Die folgenden zusätzlichen
Informationen sollen diese etwas detaillierter erläutern. Dabei kann nicht
die ganze Problematik eines jeden Farbenschlages erschöpfend behandelt
werden. Das würde ein ganzes Buch füllen und den Rahmen dieser Broschüre
sprengen.

Gesamteindruck:
"Groß, massig, breit, verhältnismäßig kurz" sind als
Formattribute zu verstehen und bei der Bewertung die vorrangigsten
Rassemerkmale. Schwere Tauben sind zwar oft etwas länger, aber die
Vergangenheit hat bewiesen, dass Kürze nicht gleichbedeutend mit dem
Verlust von Masse sein muss. Die geforderte Mindestgröße muss unbedingt
vorhanden sein (ausgenommen einige seltene Farbenschläge) und ist
Voraussetzung für die Note sg. Unabhängig von messbaren Gewichtsangaben
und Zentimetern müssen die geforderten Rasseattribute dem Strasser eine
harmonische Gesamterscheinung verleihen. Die zur Zeit in den
Hauptfarbenschlägen als Spitzentiere herausgestellten Strasser
präsentieren die richtige Größe und sollten auf breiter Basis angestrebt
werden. Übertriebene Anforderungen an die Größe sind abzulehnen. Das führt
zur Beeinträchtigung der rassischen Eleganz, körperlichen Harmonie und
Zuchtfähigkeit. Auch die Täubinnen müssen die geforderte Körpergröße
aufweisen, dabei aber unbedingt einen weiblichen Gesamteindruck
vermitteln. Überstarke Täubinnen oder so genannte "Mannweiber" zeichnen
sich selten durch gute Zuchteigenschaften aus und sind nicht unser
Zuchtziel. Andererseits sind Täubinnen mit zu wenig Körpermasse ungeachtet
sonstiger Vorzüge keine gute Grundlage für eine erfolgreiche Zucht, da die
mangelnde Körpergröße zwangsläufig als Erbgut an künftige Generationen
weitergegeben wird. Die Form ist beim Strasser als wichtigstes
Rasseattribut zu sehen. Diesbezügliche Abweichungen vom Ideal haben mehr
Einfluss auf die Bewertungsnote (Notenfindung) als andere Rassemerkmale.
Kopf:
Aus "groß und breit" ergibt sich zwangsläufig die Forderung nach
einem starken Strasserkopf. Diese war für einen Täuber auch von jeher
unumstritten. Zu einem starken Täuber, wie er im Standard gefordert wird,
gehört auch ein starker Strasserkopf, wenn er in seiner Gesamterscheinung
einen harmonischen und männlichen Gesamteindruck vermitteln soll. Täuber
mit mangelnder Stimfülle und, (oder) -breite sowie zu kleinen Köpfen
(Täubinnenkopf) sind zurückzusetzen. Gut gerundet ist nicht als Forderung
nach einem runden Kopf (wie z. B. beim King) zu verstehen. Ein etwas
längerer (nicht langer) Scheitel lässt auch mehr Kopfsubstanz zu. Dabei
muss aber stets eine leichte Kopfrundung mit ausreichend Substanz über dem
Auge, also ohne Kopfplatte, gegeben sein. Unerwünscht ist ein ausgewölbter
Nacken ("Hengstnacken"). Auch bei der Täubin muss ein starker zum Körper
passender Kopf gefordert werden, der aber nicht männlich wirken darf und
durch seinen femininen Ausdruck nie einen Zweifel am weiblichen Geschlecht
aufkommen lässt. Es ist falsch und gegen alle Vererbungsgesetze, wenn man
meint, man könne über Generationen aus Täubinnen, denen es an
Körpervolumen und Kopfsubstanz fehlt, Täuber oder auch Täubinnen mit
ausreichender Körper- und Kopfgröße züchten. Um allen Missverständnissen
vorzubeugen hier nochmals die klare Aussage: Übergroße Täubinnen, die von
der Körper- und Kopfgröße einen maskulinen Eindruck vermitteln, stellen
wegen ihrer mangelnden Zuchteigenschaften nicht unser Ideal dar.
Andererseits sind kräftige Täubinnen mit einem zum Körper, passenden
starken Kopf hervorragendes Zuchtgut, wenn bei der Zuchtauswahl auch
konsequent nach Zuchtfreudigkeit selektiert wird.

Augen:
Aus der Bezeichnung "rot bis orangerot" ergibt sich ein gewisser
Spielraum. Das rubinrote Auge ist auf keinen Fall das anzustrebende Ziel.
Selbstverständlich werden Tiere mit dieser Augenfarbe nicht gestraft und
können auch zur Höchstnote kommen. Züchterisch wirft es jedoch erhebliche
Probleme auf. Zwei mit diesem "Vorzug" ausgestattete Partner bringen in
der Nachzucht nicht selten Augenfehler in allen Variationen. Tiere mit
grünlicher, bräunlicher oder matter Augenfarbe können nicht über die Note
"g" kommen. Ebenso sind Tiere mit gelben Augen - obwohl für die Zucht
unter Umständen hervorragend geeignet -, also ohne genügend roten
Farbstoff in der Iris, zu beurteilen. Dunkle und gebrochene Augen
(unterbrochene Iris) haben die Note "u" zur Folge. Unsaubere Iriden
(kleine Augenpünktchen ) lassen höchstens noch ein "g" zu. Auch Tiere mit
verformten Pupillen sind zurückzusetzen. Augenschirme oder hängende
Augenlider sollten je nach Intensität bei der Kritikgestaltung
berücksichtigt werden und können unter Umständen von der Note "sg"
ausschließen.
Augenrand:
Der Augenrand soll schmal und farblich den einzelnen
Farbenschlägen angepasst sein, ausgenommen sind die Roten und Gelben, die
hellfleischfarbige Augenränder haben. Bei den blauen Farbenschlägen soll
der Augenrand mindestens mausgrau (ein dunkleres grau oder taubenblau ist
vorteilhafter), bei den Schwarzen nahezu schwarz sein. Helle Augenränder
schließen von der Note "sg" aus. Deutlich rote Augenränder haben bei allen
Farbenschlägen die Note "b" zur Folge. Es ist jedoch zu beachten, dass vor
allem bei den Roten und Gelben, aber vereinzelt auch bei anderen
Farbenschlägen, bei der Handbewertung durch Erregung kurzfristig ein
leicht rötlicher ,Anflug im Augenrand auftreten kann. Nachsichtig sind zur
Zeit noch Rote, Gelbe und Schwarze in weißbindig und gesäumt zu
beurteilen. Weiterhin ist zu beachten, dass der Augenrand bei Alttieren
von Jahr zu Jahr gröber und heller wird (Ausnahmen sind züchterische
Kostbarkeiten).
Schnabel:
Der Schnabel soll kräftig entwickelt, nicht zu lang, natürlich
geformt, an der Spitze leicht gebogen sein und gut schließen. Untypisch
ist eine stark nach unten gerichtete Schnabelhaltung (niedergesichtig)
oder auch ein stark nach oben gerichteter Schnabelsitz (Möwenschnabel).
Hellhornfarbige Schnäbel (gelbfahl oder gelbfahlgehämmert) neigen bei
Alttieren nachzudunkeln und sind dann mit dunklen Schnabelstrichen und
-flecken entsprechend zurückzusetzen. Bei Rot und Gelb sollten Jungtiere
mit Schnabelflecken nicht zur Note "sg" kommen, dagegen ist diese Note bei
kleinen dunklen Strichelchen noch möglich. Alttiere mit Schnabelflecken
höchstens bis "sg Z", mit kleinen Strichelchen bis "sg E". Leicht
angelaufene Warzen lassen beim Jungtier noch ein "sg" zu, beim Alttier
jedoch nicht. Toleranz bei der Bewertung der Schnabelfarbe ist zur Zeit
noch bei den Roten und Gelben in weiß bindig und gesäumt angebracht. Ein
wulstartig breit wirkender Unterschnabelansatz sollte unbedingt in die
Kritikgestaltung einfließen und schließt von der Note "sg" aus wenn er
nicht mehr schließt.
Hals:
Der mittellange Hals soll kräftig und harmonisch im Übergang von
den Schultern zum Kopf sein. Daraus ergibt sich, dass dünne, lange und
"Schwanenhälse" unerwünscht sind. Das Nackengefieder muss fest und glatt
sein, keinesfalls rauh. Eine starke Halskrause, schließt auf jeden Fall
von der Note "sg" aus. Kleine "Unebenheiten" oder ein geringer Federspalt
sollten als Wunsch formuliert werden.

Brust:
Die Brust muss breit und voll sein und kann diese Forderung nur in
Verbindung mit genügend Schulterbreite erfüllen. Die gewünschte Brustfülle
ist gegeben, wenn ein von der Schnabelspitze gedachtes Lot die
Brustrundung berühren würde. Brustfülle ist aber nicht gleichbedeutend mit
Brusttiefe. Daher ist darauf zu achten, dass die Brust auch genügend tief
getragen wird. Tiere mit stark angezogener Brust, in der Züchtersprache
auch "Schwanzreiter" genannt, können trotz sonstiger Vorzüge nicht zum
"sg" kommen. Schmalbrüstige Tiere können nicht über die Note "b"
hinauskommen. Bei den seltenen Farbenschlägen (dazu gehören die Fahlen
nicht mehr ), insbesondere Weißbindig, Geschuppt und Gesäumt, sind die
Anforderungen in diesem Punkt mit der Größe der Tauben abzustimmen.

Rücken:
Von oben betrachtet sollte ein sehr guter Strasser eine Birnenform
zeigen. Voraussetzung dafür ist eine ausreichende Schulterbreite. Von den
Schultern an verjüngen sich die seitlichen Linien und gehen in den breiten
Rücken und den gleich breiten Schwanz über, ohne am Bürzel einzuschnüren.
Tiere, die nur wenig mehr Schulter- als Rückenbreite zeigen, also fast wie
ein Rechteck wirken, mangelt es auch an Brustbreite. Die Rückenlinie ist
leicht abfallend und weder gewölbt (Fischrücken) noch hohl. Mangelnder
Rückenschluss, der durch eine lose Flügelhaltung oder ungenügend
ausgebildete Federn des Afterflügels hervorgerufen wird, kann unter
Umständen (offener Rücken) von der Note "sg" ausschließen.
Flügel:
Die Handschwingen sollen kräftig, breit und nicht zu lang sein.
Wenn das Schwanzende die Flügelspitze nur wenig überragt, ist das nicht
unbedingt ein Indiz für ,Kürze. Unerwünscht lange Handschwingen können ein
optisch völlig falsches Bild vermitteln. Die Flügellage wird straff und
auf dem Schwanze ruhend gefordert. Säbelschwingen und Stülpflügel
(fehlerhaft aufgestülpte, nach oben gerichtete und dadurch den Unterrücken
nicht deckende Armschwingen) schließen von der Note "sg" aus. Noch nicht
gemauserte Nestschwingen sind nicht als Mangel einzustufen. Weiße
Federchen an den Unterflügeln werden nicht gestraft, solange diese nicht
von außen sichtbar auf den Flügelbug übergreifen. Das Flügelschild soll
möglichst breit und kurz, ja fast rund sein. Nur wenn diese Voraussetzung
erfüllt wird, ist auch die geforderte Körpertiefe gegeben. Strasser mit
einem schmalen langen Flügelschild zeigen nie die gewünschte
Strasserforrn. Beim Strasser werden beidseitig jeweils 10 Handschwingen
verlangt. Ein- oder beidseitig 9 oder 11 Handschwingen schließen von der
Note "sg" aus. Eine im normalen Mauserverlauf fehlende Schwinge sollte bei
der Bewertung nicht negativ gesehen werden.

Schwanz:
Der Rückenlinie folgend überragt der Schwanz die Schwingen nur
etwas. Er sollte nicht breiter sein als der Unterrücken und keinesfalls
fächern (vornehmlich Schwanzreiter zeigen dieses Übel). Die
Schwanzfederlage wird geschlossen sowohl von oben (kein Spalt- oder
Dachschwanz) als auch von der Seite betrachtet (kein "aufblättern")
verlangt. Von den 12 Schwanzfedern sind bei den blauen Farbenschlägen die
äußeren (Ortfedern) an den Außenfahnen aufgehellt. Vor allem bei den Roten
und Gelbe findet man oft Tiere mit aufgehellten Ortfedern. Dieses ist ein
sicheres Indiz für Einkreuzungen, die zur Qualitätsverbesserung sinnvoll
sein können und bis auf weiteres eine Einstufung bis zum "sg E" zulassen.
Beine:
Die Forderung nach einem tiefen Stand setzt kurze Beine voraus, die
außerdem kräftig sein sollten. Zu einer breiten kräftigen Taube gehört
auch ein breiter Stand. Eine zu enge BeinsteIlung und eine mehr oder
weniger starke Fußbefiederung ist bei der Kritikgestaltung zu
berücksichtigen und bei der Bewertung entsprechend zurückzusetzen. Ein zu
tiefer Stand ("Bodenhocker") ist nicht rassetypisch. Wenn ein Strasser
sich in Positur stellt und der Ring ist gerade noch zu sehen, dann ist die
richtige Standhöhe gegeben. Die Krallenfarbe ist grundsätzlich der
Schnabelfarbe angepasst. Vornehmlich bei den blauen Farbenschlägen werden
zuweilen auch weiße Krallen gezeigt. Tiere mit einer oder höchstens 2
weißen Krallen können bei sonstigen überragenden Qualitätsmerkmalen bis
zum "hv" kommen. Tiere mit mehreren weißen Krallen müssen entsprechend
zurückgestuft werden.

Gefieder:
Wie so oft ist der goldene Mittelweg meistens der richtige. Ein
weicheres loses Gefieder trägt zwar erheblich zur Abrundung der Form bei,
präsentiert sich aber meistens in Verbindung mit einem losen Brust-, Keil-
und Nackengefieder. In Extremfällen wird das Gefieder so gespreizt, dass
so ein Strass er auch als Federsteller bezeichnet oder mit einem Igel
verglichen wird. Dieses ist hart zu strafen und schließt von der Note "sg"
aus. Nicht selten täuschen solche Tiere auch eine nicht vorhandene Masse
vor (Blender). Erstrebenswert ist eine nicht zu lange aber breite Feder,
die nicht zu weich ist. Die heutigen Spitzentiere beweisen eindeutig, dass
eine vollendete Form auch mit einer festen Feder erreichbar ist.
Andrerseits sollte man sich jedoch auch vor übertriebenen Forderungen
hüten; denn eine zu straffe Feder würde die harmonisch gerundeten Formen
beeinträchtigen. Ein Beispiel hierfür sind die Schwarzgesäumten. Bei den
Roten und Gelben zeigt sich ein weiteres Problem, das in der
Züchtersprache als "haarige Feder" bezeichnet wird. Diese tritt verstärkt
auf, wenn besonders auf eine dunkle satte Farbe hingezüchtet wird. Diesem
Übel ist nur durch konsequente Zuchtauswahl entgegenzuwirken. Zeichnung:
Die Körpergrundfarbe ist weiß. Der Kopf und ein mittelgroßer Latz sowie
Flügel, Rücken, Schwanzdecken, Schwanz und Unterschwanz (Keil) sind
farbig. Farbige Unterschenkel - bei den Lackfarben von außen sichtbar-,
sollten sich zwar auf eine möglichst kleine Federpartie beschränken (auch
Hosen genannt), sind erlaubt. Die farbige Zeichnung, die allgemein als
"Strasserzeichnung" bekannt ist, sollte in den wesentlichen ins Auge
fallenden Abgrenzungen korrekt sein. Das "Putzen" ist beim Strass er
erlaubt und somit können kleine farbliche Abweichungen korrigiert werden,
wenn dabei keine sichtbaren Lücken entstehen. Dieses hat jedoch sachgemäß
zu erfolgen, indem man mit einer Schere die fehlerhaften Federn kurz über
der Haut abschneidet. Grobe Zeichnungsfehler wie farbige Flecken in der
weißen Grundfarbe, starke Einschnitte in der Kopf- oder Rückenzeichnung,
Verlängerung der Zeichnung des Nackens ("Zopf") aber auch ein zu großer
oder zu kleiner Latz schließen von der Note "sg" aus. Tiere mit
aufgehellter (vor allem bei den blauen und fahlen Farbenschlägen),
teilweise weißer oder gar ganz weißer Rücken- oder Keilfarbe sind je nach
Intensität zurückzusetzen. Eine oder gar mehrere weiße Arm- oder
Handschwingen sowie Schwanzfedern lassen nur die Note "u" zu.

Hansjörg Gradert
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