SV Strassertauben – gegründet 1907 Zuchtverein Strasser-Tauben gegründet 1907
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Herzlich Glückwunsch Dr. Rainer Günther zum 85. Geburtstag

Am 11. September 1941 wurde Rainer Günther in dem kleinen Dorf Obernissa im Landkreis Erfurt (Thüringen) geboren. Seine Familie besaß eine mittelgroße Landwirtschaft mit einer Vielzahl von Nutztieren, darunter auch Tauben (vorwiegend Mischlinge) in einem Schlag auf dem Dachboden des Wohnhauses, Hühner, Truthühner, Enten und Gänse. Seine besondere Liebe zu den Tauben entdeckte er als größeres Schulkind, nachdem ihm von Mutter und Großvater (sein Vater war 1942 im zweiten Weltkrieg gefallen) erlaubt worden war, ein Paar Rote Strasser von einem Züchter aus dem Nachbardorf gegen einen rebhuhnfarbigen Italienerhahn einzutauschen. Das Strasserpaar erbrütete im ersten Jahr 10 Junge und holte sich nicht selten auch Futter im Hof des Anwesens und auf den Feldern der Dorfumgebung. Dieser Erfolg spornte Rainer an, es auch mit der Haltung von Sächsischen Schwalben und Deutschen Doppelkuppigen Trommeltauben zu versuchen (allerdings mit weniger guten Zuchtergebnissen). Mit Wehmut denkt er heute an diese Zeit zurück, als die Strasser noch wesentlich zuchtfreudiger waren und besser fliegen konnten als heute. Während seiner Lehrzeit als Rinderzüchter im Volkseigenen Tierzuchthauptgut Zöthen bei Camburg/Saale und als Pferdezüchter im Hauptgestüt Neustadt/Dosse (beide mit Facharbeiter-Abschluss) sowie während seiner Studienzeit als Biologe an der Humboldt-Universität zu Berlin hatte er keine Möglichkeit zur Haltung von Geflügel. Das änderte sich, nachdem er mit Frau und zwei Kindern Ende der sechziger Jahre in die untere Etage eines Zweifamilienhauses in Berlin-Buchholz gezogen war und dort mit Einverständnis der Mieterfamilie der oberen Etage auf dem Dachboden einen Taubenschlag einrichten konnte. Er staunt noch heute über deren Großmut, mit dem sie die täglichen Geräusche, die bei der Betreuung der Tauben, insbesondere beim Abkratzen des Taubenkotes vom HolzdielenFußboden, entstanden, ohne zu murren ertragen hat. Rainer züchtete Rote und Schwarze Strasser und wurde Mitglied des Ortsvereines Berlin-Blankenburg nachdem er dort mit seiner Frau ein Haus erworben hatte, dessen Garten genug Platz für den Bau von zwei Taubenställen mit anschließenden Volieren bot. Hier stellten sich auch weitere Ausstellungserfolge auf Sparten-, Kreis- und Landesebene ein. 1978 wurde er Mitglied in der Sonderzuchtgemeinschaft (SZG) Strassertauben in der DDR, heute Sonderverein (SV) der Strassertaubenzüchter; Bezirk 8 Nord-Ost. Er stellte Rote Strasser (seit Ende der 1980er Jahre sein einziger Farbenschlag) regelmäßig auf den Schauen des Sondervereins Nordost sowie verschiedenen Schauen in Berlin und Brandenburg aus. Unzählige hv- und v-Bewertungen, Strasserbänder, Ehrennadeln in Gold, Silber und Bronze, Pokale und Urkunden sowie mehrfacher Landesmeister von Berlin-Brandenburg waren der Lohn für seine züchterischen Bemühungen.

Nicht unerwähnt im Lebenslauf unseres Jubilars sollen einige nicht alltäglichen beruflichen Leistungen bleiben. Nach seiner Promotion zum Dr. rer. nat. im Jahr 1970 folgte seine Habilitation zum Dr. sc. nat. im Jahr 1982. Er war als Aspirant, Assistent, Oberassistent und Kurator (Kustos) Zeit seines Berufslebens und bis heute als ehrenamtlicher Mitarbeiter im Museum für Naturkunde der HumboldtUniversität zu      Berlin (heute Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung) tätig und hat dabei z.T. mit Koautoren aus 10 Ländern mehr als 250 wissenschaftliche Publikationen (darunter 5 Bücher) verfasst. Sein Hauptinteresse galt der Taxonomie und Evolution von Froschlurchen, aber auch Reptilien, Vögel und Schwebfliegen zählten zu seinen Forschungsobjekten. Über 120 Froscharten (vorwiegend selbst gesammelt während mehrerer Forschungsaufenthalte auf Neuguinea), zwei Schlangen, vier Geckos und vier Skinke sind von unserem Jubilar erstmalig wissenschaftlich beschrieben worden und zu seinen Ehren wurden von Kollegen aus aller Welt drei Frösche, ein Waran, ein Gecko, eine Köcherfliege und ein Kurzflügelkäfer wissenschaftlich benannt.

Neben seiner Forschungsarbeit und der Taubenzucht galt dem Fußball seine dritte große Leidenschaft. Mehr als dreißig Jahre lang spielte er ununterbrochen in verschiedenen Mittelklasse- und Auswahlmannschaften mit Begeisterung Fußball und heute verfolgt er regelmäßig Sportsendungen im Fernsehen. 

Es liegt auf der Hand, dass ohne die tatkräftige Unterstützung durch seine erste Frau und Mutter seiner beiden Kinder Rosemarie und besonders seiner nun schon seit 30 Jahren zweiten Ehefrau Elke sowie seiner Kinder Volker und Sigrid viele seiner Projekte nicht hätten realisiert werden können. Unser Jubilar ist sich dessen bewusst und möchte sich auch auf diesem Wege herzlich bei seiner Familie bedanken.

Wir wünschen unserm Zuchtfreund Rainer Günther noch viele Jahre bei guter Gesundheit im Kreise seiner Familie und seiner Taubenfreunde. Viel Erfolg bei seiner Taubenzucht und Erfolge bei den Ausstellungen.

SV der Strassertauben Deutschland von 1907 - Bezirk 8 Nord-Ost