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Die folgenden ergänzenden Erläuterungen zu den einzelnen Farbenschlägen
sollen den derzeitigen Zuchtstand noch etwas detaillierter beleuchten. Aus
Platzgründen kann dabei nicht der Anspruch auf Vollständigkeit erhoben
werden.
Blau ohne Binden:
An die Form und Größe sind höchste Anforderungen zu stellen und das
Vorhandensein dieser wesentlichen Rasseattribute ist Voraussetzung für die
Note "sg". Farblich wird ein mittleres taubenblau angestrebt. Die Täuber
sind geschlechtsbedingt farblich heller als Täubinnen. Dabei sollte jedoch
keinesfalls ein helles silbriges Blau angestrebt werden, da dann auch
zwangsläufig die Intensität der Rücken-, Keil- und Schwingenfarbe
nachlassen würde. Bei den Täubinnen wird eine etwas dunklere Farbe
toleriert, die jedoch nicht wolkig, dunkelgesäumt oder gar "schmutzig"
sein sollte. Der Keil sollte im geschlossenen Zustand gut durchgefärbt
sein. Ein melierter Keil, egal ob schilfig, hell durchsetzt oder
hellgesäumt, lässt die Note "sg" nicht zu. Leichte Aufhellungen sind als
Wunsch zu äußern. Zwei bis drei weiße Federn in einem ansonsten
einwandfrei durchgefärbten Keil berechtigen zwar zu einem Hinweis in der
Kritik, jedoch nicht zur Note "g" oder sogar "b". Dagegen sind zahlreiche
weiße Federn, ein 1- bis 5- DM großer weißer Keilfleck oder eine
entsprechend große Kahlstelle (weil fehlerhafte Federn geputzt), nicht zu
tolerieren und je nach Intensität und sonstigen Qualitätsmerkmalen mit "g"
und niedriger zu benoten. Auch der Rücken sollte gut durchgefärbt sein und
im Übergang zur Schwanzfeder möglichst gar nicht oder nur wenig absetzen.
Bei der Bewertung der Rückenfarbe muss man sich zwangsläufig an der
Schildfarbe orientieren. Im Idealfall stimmen beide überein. Eine dunklere
Rückenfarbe ist zwar züchterisch besonders wertvoll, sollte aber nicht
zwingend gefordert werden. Ein melierter, mit weißlichen Flecken oder gar
weißen Federn durchsetzter Rücken schließt von der Note "sg" aus.
Schwingenschilf gilt als grober Fehler, vererbt sich stark und ist daher
hart zu strafen. Farbliche Aufhellungen der Handschwingen, die von den
Schwingendeckfedern abgedeckt werden, bleiben bei der Bewertung
unberücksichtigt. leichte Aufhellungen sind noch als Wunsch zu
formulieren. Ist die "Aufhellung" jedoch bis zur Hälfte (oder mehr) der
Schwingenlänge sichtbar und dabei auch noch einige Millimeter breit, so
gilt das als grober. Fehler. Tiere, die in der Bindengegend dunkle,
schwarze Farbreste zeigen, die in der Züchtersprache als "Ruß" bezeichnet
werden, können nicht zur Note "sg" kommen.

Blau mit schwarzen Binden:
An die Form sind höchste und an die Größe hohe Anforderungen zu stellen.
Die ideale Bindenführung wären zwei lange, nicht zu breite und keilige,
parallel verlaufende Binden. Außerdem sollten diese von möglichst intensiv
schwarzer Farbe und ohne Rosteinlagerungen sein. Da ein Strasser mit der
gewünschten Größe auch eine etwas breitere Feder hat, lässt sich das mit
dem Wunsch nach einer möglichst schmalen Binde nur bedingt vereinbaren.
Daher sollte auch eine etwas breitere Binde toleriert werden, um vor allem
die zweite in. ihrer Substanz nicht zu gefährden. Ein Ansatz zur dritten
Binde sowie eine nur angedeutete zweite Binde schließen von der Note "sg"
aus. Bindenrost hat die Note "b" zur Folge, Rost oder Schilf in den
Schwingen schließen von der Note "sg" aus. Sind die Binden auf den beiden
Flügeln von unterschiedlicher Qualität, dann sollte stets die bessere
Binde als Gradmesser dienen; denn die schlechtere könnte vergriffen sein.
Rücken- und Keilfarbe sowie Keilzeichnung sind, genauso wie bei Hohlbau,
zu bewerten. Blaue oder auch weniger intensiv durchgefärbte Flecken im
weißen Zeichnungsfeld, z. B. am Flügelbug, Bauch oder über den Schenkeln,
sind als Mangel einzustufen und lassen daher kein "sg" zu. Die Binden sind
bei diesem Farbenschlag zwar ein wesentliches Rasseattribut und sollten
für hohe Bewertungen unseren Anforderungen genügen. Die wesentlichste
Voraussetzung für hohe Noten ist jedoch die typische Strasserform.
Blaugehämmert:
An die Form und Größe sind höchste Anforderungen zu stellen. Ein
Gehämmerter wirkt erst durch das richtige Farbspiel in seiner
Gesamterscheinung vollendet. Dazu gehört auch die richtige
Hämmerungsverteilung und zwar zu ca. 40 % in der blauen Schildgrundfarbe
(nicht aschgrau) und zu ca. 60 % in der intensiven schwarzen
Hämmerungsfarbe. Dabei sollten die Farben klar abgegrenzt sein, nicht
ineinander verlaufen und einen scharfen Kontrast bilden. Da die einzelnen
Federn des Flügelschildes von unterschiedlicher Größe sind, wird die
Hämmerung am Flügelbug und auf den Schultern (wo die kleinsten Federn zu
finden sind) meist etwas voller sein als im unteren Drittel des Schildes.
Rost in den Binden oder gar in der Hämmerungsfarbe sowie Schwingenschilf
gilt als Mangel. Langfristig werden rostfreie Schwingen angestrebt. Zur
Zeit ist mit etwas Schwingenrost noch eine Benotung bis zum "hv" möglich.
Hämmerung im Rücken wird nicht verlangt, gilt zur Erhaltung der
Farbstoffreserven aber als besonders wertvoll. Eine leichte Hämmerung der
Kopffarbe ist nicht zu strafen, wenn dadurch das Gesamtbild nicht
beeinträchtigt wird. Mehr oder weniger intensiv durchgefärbte Flecken am
Bauch, Flügelbug, über den Schenkeln usw. sind unbedingt als negative
Bewertungskriterien zu sehen. Rücken- und Keilfarbe sowie Keilzeichnung
sind genauso wie bei Hohlbau zu bewerten.

Schwarz:
Nach dem heutigen
Zuchtstand können mittlerweile an die Form und Größe höchste Anforderungen
gestellt werden. Ein intensives schwarz mit möglichst viel Grünlack (1.0
mehr als 0.1) wird gefordert. Am ausgeprägtesten zeigt er sich am Latz,
dann am Kopf und im Rücken und leider oft weniger intensiv auf dem
Flügelschild. Sehr lackreiche Tiere zeigen diesen sogar im Keil, den
"Hosen" und in den Armschwingen. Die Handschwingen und Schwanzfedern
zeigen keinen Lack. Die Schwingenfarbe sollte nach Möglichkeit auch
tiefschwarz sein. Tiere, die nur Violettlack zeigen, sind normalerweise
nicht sg-würdig und können nur in Ausnahmefällen bei sonstigen
überragenden Rasseattributen zum "sg" (nicht "hv") kommen. Bei der
Beurteilung ist jedoch äußerste Vorsicht geboten. So zum Beispiel, wenn
sich die Tageslichtverhältnisse durch den Einfluss von Sonne und Wolken
laufend ändern oder die Lichtverhältnisse in der Halle je nach Standort
von unterschiedlicher Güte und somit unzureichend sind. Dann muss man das
Tier unbedingt in die Hand nehmen und durch mehrfachen Positionswechsel
ins rechte Licht rücken, um zu keinem falschen Urteil zu kommen. Eine
matte oder gar zum bräunlichen tendierende Farbe schließt von der Note
"sg'" aus. Als Mangel ist eine bräunliche brikettähnliche Schwingenfarbe,
Schwingenschilf und ein weißer Keilfleck einzustufen. Hat ein Jungtier
noch Nestschwingen zu mausern, ist eine etwas dunkle Beinfarbe zu
tolerieren. Vor allem bei Jungtieren muss der Augenrand mindestens
dunkelgrau, besser natürlich schwarz sein, da mit zunehmenden Alter der
Augenrand ohnehin meist aufl1ellt. Helle Augenränder schließen von der
Note "sg" aus.
Rot und Gelb:
An die Form und Größe sind hohe Anforderungen zu stellen. Bei den Roten
wird ein intensives sattes Rot mit möglichst reichlich Grünlack verlangt.
Aber auch roter Glanz ist gleichfalls zugelassen und entwertet nicht. Zu
strafen ist eine ungleichmäßige stumpfe Farbe sowie bläulicher Anflug, der
sich vornehmlich in der Keil-, Rücken- und Schwanzpartie zeigt. Bei gelb
wird ein möglichst intensives Goldgelb mit zumindest leichtem Glanz
verlangt. Zurückzusetzen sind Tiere mit stumpfer, ungleichmäßiger,
strohgelber oder rotgelber (für die Zucht unter Umständen hervorragend
geeignet) Farbe sowie mit bläulichem Anflug. Bei beiden Farbenschlägen
sind Tiere mit stark "haarigem" Flügelschild unter "sg" einzustufen.
Dieses gilt ganz besonders, wenn dieser Mangel auch noch in Verbindung mit
einer helleren Farbe auftritt. In Anbetracht der Kenntnis, dass Tiere mit
glatter Schildfeder meist eine hellere Farbe zeigen und andererseits mit
dunkler Farbe oft sehr "haarig" sind, gilt bis auf weiteres folgende
Empfehlung: Solange sich die etwas weiche (nicht raue) Feder auf die
Bindengegend beschränkt und evtl. nur in ganz geringem Ausmaß auf das
Flügelschild übergeht, sollte das zunächst auch für hohe Bewertungen
toleriert werden. Voraussetzung ist dann aber die gewünschte intensive
Farbe. Auf ausreichend durchgefärbte Schwingen ist zu achten, Schilf gilt
ebenso wie ein weißer Keilfleck als Mangel. Helle Nestschwingen sind nicht
zu strafen, sondern lediglich bei der Abstufung mit qualitativ
gleichwertigen durchgemauserten Tieren zu berücksichtigen. Weiterhin ist
auf die richtige Kopfform (nicht keilig), mit ausreichender Stirnbreite
und -fülle zu achten.

Von den sieben fahlen Farbenschlägen gehören die Rot- und Gelbfahlen sowie
die Rotfahl- und Gelbfahl-Gehämmerten nicht mehr zu den Seltenen. Daher
gilt für diese gleichermaßen: An die Form und Größe sind höchste Ansprüche
zu stellen. Um langfristig eine intensive Binden- und Hämmerungsfarbe zu
gewährleisten, sollte zumindest auf den Innenfahnen der Handschwingen und
im Latz ausreichend Farbstoff vorhanden sein. Die Kopffarbe sollte nicht
rein rot oder gelb sondern zumindest in den Partien ums Auge und an der
Kehle möglichst mit dem Flügelschild übereinstimmen - also fahl sein. Die
Hämmerung ist auf breiter Basis noch kontrastreicher anzustreben. Dazu
gehört neben einem gleichmäßigen Zeichnungsbild eine intensive
Hämmerungsfarbe und eine reine Schildgrundfarbe. Bläulicher oder gar
blauer Anflug, vornehmlich am Kopf, Schwanz, Keil oder gar in der
Hämmerung, gilt beim Täuber als Mangel. Genetisch bedingt ist bei
Täubinnen ein leicht bläulicher Anflug im Keil, Schwanz und im geringen
Maße in der Partie ums Auge zu tolerieren. Zeichnungsfehler oder
Kahlstellen im Keil werden wie bei Hohlbau geahndet.
Rotfahl:
Die Schildfarbe wünschen wir uns beim Täuber in einem hellen, silbrigen
Grau - ähnlich der Farbe von Zigarrenasche - mit einem leicht rätlichen
Schimmer. Die Täubinnen zeigen geschlechtsgebunden einen bräunlichen
Farbton und vornehmlich in den Rücken-, Schwanz- und Keilpartien ein etwas
dunkleres Grau. Tiere mit mattbrauner Bindenfarbe - vor allem beim 1.0
wird ein intensives rotbraun gefordert - oder ohne roten Farbstoff im Latz
sind zurückzusetzen. Eine leicht aufgehellte (absetzende) Rückenfarbe ist
zur Zeit noch wohlwollend zu beurteilen, wird aber gut durchgefärbt
angestrebt. Täuber mit "Tintenflecken" in den Schwingen und der
Schwanzpartie dürfen ab sofort nicht mehr zum "sg" kommen. Die Erfahrung
hat uns gelehrt, dass die Schnabelfarbe vornehmlich beim Täuber in
Reinerbigkeit aufhellt. Ob das nun gleichmäßig vom Schnabelansatz bis zur
-spitze geschieht oder leicht fleckig wirkt, sollte die Notenfindung nicht
beeinflussen. Täubinnen haben mehrheitlich eine schwarze Schnabelfarbe und
wenn Aufhellungen gezeigt werden, dann sollte das nicht negativ gesehen
werden. Leichte rote Farbspritzer im Flügelschild werden beim Täuber bis
zum "sg E" toleriert. Täubinnen müssen ein farblich reines Flügelschild
zeigen.
Rotfahl-Gehämmert:
Farblich gelten die gleichen Forderungen wie bei Rotfahl. Nur ist durch
den zusätzlichen Härnmerungsfaktor mehr Farbstoff vorhanden, der auch
insgesamt eine etwas intensivere Farbe bewirkt. Mehr oder weniger intensiv
ausgeprägte farbliche Unreinheiten am Bauch, Flügelbug oder Über den
Schenkeln sind je nach Intensität unbedingt bei der Kritikgestaltung als
Wunsch oder Mangel zu berücksichtigen. Eine gleichmäßigere
kontrastreichere Hämmerungsverteilung ist jetzt vorrangig anzustreben.
Dabei soll die Schildgrundfarbe rein (nicht "rußig"), fahl und ohne
bläulichen Anflug sein.

Gelbfahl:
Der Täuber sollte eine gelblich-rahmfarbige (etwas intensiver als
Elfenbein) Schildfarbe zeigen, die sich aber klar von der weißen
Grundfarbe abheben muss. Die Täubinnen sind farblich etwas dunkler
(grauer) und in der Hinterpartie (Rücken, Schwanz, Keil) teilweise sogar
noch etwas dunkler. Die Bindenfarbe sollte ein sattes Gelb (Goldgelb)
zeigen. Die Schnabelfarbe wird hellhornfarbig (nicht wachsfarbig)
gefordert, wobei ein dunkler Stip toleriert wird. Vor allem Jungtiere
sollten diese Forderung erfüllen, da die Schnabelfarbe bei Alttieren
ohnehin leicht nachdunkelt. Beide Geschlechter müssen ein farblich reines
Flügelschild zeigen. Rücken und Keil dürfen gut durchgefärbt verlangt
werden.
Gelbfahl-Gehämmert:
Es gelten die gleichen farblichen Anforderungen wie bei Gelbfahl. Durch
den zusätzlichen Hämmerungsfaktor ist auch hier die Farbe wiederum etwas
intensiver. Farbliche Unreinheiten a~ Bauch usw. sind wie bei den
Rotfahl-Gehämmerten zu ahnden.
Blaufahl:
Aufgrund der Ahnen sind Form und Größe sehr gut. Die Schildfarbe der
bindigen Coburger Lerche ist das angestrebte Zuchtziel, die aber
keinesfalls zu sehr zum blau tendieren sollte. Auch hier sind die
Täubinnen etwas dunkler als die Täuber. Die Schnabelfarbe wird
hellhornfarbig mit dunklem Stip angestrebt und ist zur Zeit auch noch in
dunklerer Version zu tolerieren. Mattschwarz (dunkelschieferfarbig) und
ohne Rost ist die geforderte Bindenfarbe. Auch die Schwingenfarbe kann
ohne Rost und Schilf verlangt werden. Eine leicht aufgehellte Rückenfarbe
ist zur Zeit noch wohlwollend zu beurteilen.
Blaufahl-Gehämmert:
Es werden grundsätzlich die gleichen Anforderungen wie bei Blaufahl
gestellt. Als Hämmerungsfarbe wird ein zartes Schiefergrau, ähnlich wie
bei den gelerchten Coburger Lerchen, angestrebt. Rost in der
Hämmerungsfarbe oder in den Binden gilt als Mangel.
Rotfahl-, Gelbfahl- und Blaufahl ohne Binden:

Wie bei den rot-, gelb- und blaufahlen Ahnen werden auch hier die gleichen
Anforderungen gestellt, lediglich das Kriterium Binden fällt weg. Dadurch
sind aber auch weniger Farbstoffreserven vorhanden, die einem allgemeinen
Aufhellen der gesamten Farbe entgegenwirken könnten. Daher sollten
unbedingt ausreichend Farbpigmente im Latz (ein helles Silber genügt
nicht) und in den Schwingen vorhanden sein. Rücken und Keil dürfen gut
durchgefärbt verlangt werden. Deutlich sichtbare Farbspritzer in der
Bindengegend sind ein Mangel.
Blau mit weißen Binden:
Bei genauer Betrachtung ist dieser Farbenschlag zur Zeit nicht existent.
Damit die Anerkennung im offiziellen Standard erhalten bleibt, werden bis
auf weiteres alle Blau-Weißbindigen mit im geschlossenem Zustand des
Flügels dunkel erscheinenden Schwingen und dunklen Schwanzfedern als Blaue
mit weißen Binden ausgestellt und bewertet. In der Regel werden diese
Federn im unteren Bereich, der durch die Schwingen- und Schwanzdeckfedern
abgedeckt ist, mehr oder weniger stark aufgehellt oder gar schilfig sein.
Das bleibt bei der Bewertung zur Zeit unberücksichtigt und hat somit
keinen Einfluss auf die Benotung. Diese Regelung bleibt bestehen, bis es
unseren Züchtern gelungen ist, diesen Farbenschlag mit dem Faktor Toy
Stencil neu zu erzüchten. Diese Vereinbarung wurde im Einvernehmen mit
unseren Züchtern getroffen und die Sonderrichter sind angewiesen, das auf
den Sonderschauen in die Praxis umzusetzen. Die gewünschte Form und Größe
wird von einzelnen Tieren gezeigt und ist auf noch breiterer Basis
anzustreben. Als weiteres Zuchtziel gelten neben der exakten Bindenführung
reinweiße Binden ohne Rost, aber mit einem möglichst schwarzen Saum.
diesbezüglich wird man in naher Zukunft keine hohen Ansprüche stellen
können; denn bei der Erzüchtung dieses Farbenschlages sind in diesen
Punkten erfahrungsgemäß besondere Schwierigkeiten zu erwarten. Der
Werdegang dieses Farbenschlages ist in den nächsten Jahren genau zu
verfolgen und Entscheidungen über bevorzugte Bewertungskriterien werden
unter Umständen von Jahr zu Jahr fallen müssen, um den Farbenschlag auch
wirklich zu fördern.
Hellblau mit weißen Binden:
Dieser Farbenschlag wurde 1995 vom Bundeszuchtausschuss neu bei den
Strassern zugelassen. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch um keine
Neuzüchtung, sondern es ist der Farbenschlag (Dominant Opal) wie er von
jeher bei den Strassern gezeigt wurde und fälschlicherweise als blau mit
weißen Binden ausgestellt wurde. Außer der Farbenschlagbezeichnung ändert
sich also nichts. Die gewünschte Größe wird von einigen Tieren gezeigt und
ist auf noch breiterer Basis anzustreben. Ob dabei das Körpervolumen der
Hohlblauen erreicht werden kann, muss nach heutigen Erkenntnissen
bezweifelt werden. Vor allem die Täubinnen zeigen mehrheitlich eine sehr
gute Form, während die Täuber häufig mehr Brusttiefe zeigen dürften.
Spiegel- und Schilfschwingen bzw. - schwanz sind eine Besonderheit dieses
Farbenschlages. Bindensaum darf nicht gefordert werden. Diesbezüglich
sollten bei der Bewertung jedoch keine überzogenen Anforderungen gestellt
werden; denn wir haben es hier mit einem relativ seltenen Farbenschlag zu
tun. Die Bindenfarbe wird ohne Rost angestrebt. Bei der Beurteilung der
Rücken- und Keilfarbe sollte man zur Zeit leichte Aufhellungen nicht als
Mangel einstufen.

Blau-Weißgeschuppt:
Die Spitzentiere dieses Farbeschlages (Toy Stencil) sollten bezüglich der
Form und Größe hohen Anforderungen genügen. Ein festeres Nackengefieder,
eine dunklere Rückenfarbe und eine korrektere Nackenzeichnung sind auf
noch breiterer Basis anzustreben und zur Zeit noch zuchtstandbezogen und
nicht zu hart zu beurteilen. Eine klare, gut abgesetzte und gleichmäßige
Schuppung, die sich gut von der Grundfarbe abhebt, wird angestrebt.
Vorbild für diese Zielsetzung sind die blauweißgeschuppten Luchstauben.
Als weiteres Zuchtziel gelten reinweiße Binden mit einem möglichst
schmalen schwarzen Saum. Rosteinlagerungen auf dem Flügelschild und in den
Binden gelten als Mangel.
Hellblau-Weißgeschuppt:
Dieser Farbenschlag (Dominant Opal) wurde 1995 vom Bundeszuchtausschuss
neu anerkannt. Genau wie bei den Blauen mit weißen Binden war er jedoch
von jeher existent und wurde nur unter. der falschen
Farbenschlagbezeichnung ausgestellt. An die Form und Größe sind hohe
Anforderungen zu stellen. Vor allem die Täuber zeigen häufig noch eine
mangelnde Brusttiefe. Hell auslaufende oder schilfige Schwingen- und
Schwanzfedern gehören zu diesem Farbenschlag. Die vergleichsweise nicht so
ausgeprägte "Dreiecksschuppung" ist nicht so kontrastreich wie bei den
Blau-Weißgeschuppten und neigt außerdem zum Verblassen. Bindensaum kann
nicht verlangt werden. Rosteinlagerungen auf dem Flügelschild sind als
Mangel zu sehen. Die Keilfarbe kann gut durchgefärbt verlangt werden.
Kleine Zugeständnisse sind zum Teil noch bei der Rückenfarbe angebracht,
wenn diese nicht ganz so intensiv durchgefärbt ist.
Schwarz, Rot und Gelb mit weißen Binden:
Das vorrangigste Zuchtziel ist zwar die Vervollkommnung der Form, jedoch
können in dieser Beziehung und an die Größe zur Zeit noch keine so hohen
Anforderungen gestellt werden. Auch ist die Farbe noch nicht so intensiv
und lackreich wie bei den Hauptfarbenschlägen. Sind die Schwingen- oder
Schwanzfedern farblich aufgehellt oder auch schilfig, sollte das zunächst
nur als Wunsch und nicht als Mangel formuliert werden. Reinweiße Binden
werden angestrebt. Toleranz ist bei der Bewertung der Bindenführung,
Augenränder und Schnabelfarbe angebracht.

Schwarzgesäumt:
Dieser jetzt doch nicht mehr ganz so seltene Farbenschlag ist vielfach in
Form und Größe sehr gut. Ein endgültiges Urteil zur Größe sollte man nicht
ohne Handbewertung fällen, da es selten Blender sondern fast nur
"Tiefstapler" gibt. Übergroße Lätze müssen nicht mehr uneingeschränkt
toleriert werden. Jungtiere mit kleinen dunklen Irispünktchen sollten nur
.in Verbindung mit sonstigen überragenden Qualitätsmerkmalen noch zum "sg"
kommen (nur bei diesem Farbenschlag!) Bei Alttieren kann man eine reine
Iris verlangen. Helle Augenränder und farbliche Unreinheiten an den
Schenkeln, Bauch usw. müssen weiter zurückgedrängt werden und sind je nach
Intensität als Wunsch oder Mangel zu formulieren. Ein gut
durchgezeichneter Rücken und Keil muss angestrebt werden und es sollte
zumindest Farbstoff ohne größere Unterbrechungen vorhanden sein. Eine oder
gar mehrere weiße Schwingen lassen auch bei diesem Farbenschlag kein "sg"
zu. Ist zumindest etwas (und sei es noch so geringfügig) Farbstoff an der
Federspitze oder am Federschaft vorhanden, so gilt die Schwinge als
"farbig". Reinweiße Binde, ohne Rost, gelten als weiteres Rasseattribut.
Eine leicht bläuliche oder matte Farbe (vor allem am Kopf) ist je nach
Intensität als Wunsch oder Mangel zu sehen.
Rot- und Gelbgesäumt:
Diese beiden Farbenschläge wurden 1995 von geschuppt in gesäumt umbenannt,
um den Züchtern ein klares Zuchtziel vorzugeben. Beide Farbenschläge
gehören zu den Raritäten und an die Form und Größe dürfen noch keine allzu
großen Anforderungen gestellt werden. Wohlwollend sind auch die
Schnabelreinheit, Augenrandfarbe sowie die Schwingen- und Schwanzfarbe und
kleine farbliche Unreinheiten im weißen Zeichnungsfeld zu beurteilen. Das
Rot und Gelb ist selten intensiv, trotzdem sollte man die beiden
Farbenschläge klar unterscheiden können. Zuchtziel sind zwar reinweiße
Binden, doch weder hier, noch an die Reinheit der Schildgrundfarbe kann
man zur Zeit hohe Anforderungen stellen. Im Gegensatz zu den
Schwarzgesäumten haben die Rot- und Gelbgesäumten keine reinweiße
Schildfeder mit farbigem Saum. Bei letzteren ist die Schildfeder
cremefarbig und daher das gesamte Zeichnungsbild nicht so kontrastreich.
Ob diesbezüglich züchterische Verbesserungen durch konsequente
Zuchtauswahl zu verwirklichen sind, muss abgewartet werden. Zur Zeit
müssen die züchterischen Bemühungen vorrangig der Verbesserung der Form
und Größe gelten. Erfahrungsgemäß ist diese Aufgabe schwer zu
verwirklichen und es ist zur Zeit nicht bekannt, welcher begrenzende
Faktor hier unter Umständen hinderlich wirkt.
Hansjörg Gradert
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