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Sonderverein der Strassertaubenzüchter Deutschlands

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29 verschiedene Farbenschläge

1 blau ohne Binden 16 gelbfahl ohne Binden
2 blau mit schwarzen Binden 17 gelbfahl mit Binden
3 blaugehämmert 18 gelbfahl-gehämmert
4 blau-dunkelgehämmert 19 gelbfahl-dunkelgehämmert
5 schwarz 20 blau mit weißen Binden
6 rot 21 hellblau mit weißen Binden
7 gelb 22 schwarz mit weißen Binden
8 blaufahl ohne Binden 23 rot mit weißen Binden
9 blaufahl mit dunklen Binden 24 gelb mit weißen Binden
10 blaufahl-gehämmert 25 blau-weißgeschuppt
11 blaufahl- dunkelgehämmert 26 hellblau-weißgeschuppt
12 rotfahl ohne Binden 27 schwarzgesäumt
13 rotfahl mit Binden 28 rotgesäumt
14 rotfahl-gehämmert 29 gelbgesäumt
15 rotfahl-dunkelgehämmert
 
 
             

blau ohne Binden

blau mit schwarzen Binden

blaugehämmert

 
 

schwarz

rot

gelb

rotfahl mit Binden

rotfahlgehämmert

gelbfahlgehämmert

schwarzgesäumt

nach obenDie folgenden ergänzenden Erläuterungen zu den einzelnen Farbenschlägen sollen den derzeitigen Zuchtstand noch etwas detaillierter beleuchten. Aus Platzgründen kann dabei nicht der Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden.

Blau ohne Binden:
An die Form und Größe sind höchste Anforderungen zu stellen und das Vorhandensein dieser wesentlichen Rasseattribute ist Voraussetzung für die Note "sg". Farblich wird ein mittleres taubenblau angestrebt. Die Täuber sind geschlechtsbedingt farblich heller als Täubinnen. Dabei sollte jedoch keinesfalls ein helles silbriges Blau angestrebt werden, da dann auch zwangsläufig die Intensität der Rücken-, Keil- und Schwingenfarbe nachlassen würde. Bei den Täubinnen wird eine etwas dunklere Farbe toleriert, die jedoch nicht wolkig, dunkelgesäumt oder gar "schmutzig" sein sollte. Der Keil sollte im geschlossenen Zustand gut durchgefärbt sein. Ein melierter Keil, egal ob schilfig, hell durchsetzt oder hellgesäumt, lässt die Note "sg" nicht zu. Leichte Aufhellungen sind als Wunsch zu äußern. Zwei bis drei weiße Federn in einem ansonsten einwandfrei durchgefärbten Keil berechtigen zwar zu einem Hinweis in der Kritik, jedoch nicht zur Note "g" oder sogar "b". Dagegen sind zahlreiche weiße Federn, ein 1- bis 5- DM großer weißer Keilfleck oder eine entsprechend große Kahlstelle (weil fehlerhafte Federn geputzt), nicht zu tolerieren und je nach Intensität und sonstigen Qualitätsmerkmalen mit "g" und niedriger zu benoten. Auch der Rücken sollte gut durchgefärbt sein und im Übergang zur Schwanzfeder möglichst gar nicht oder nur wenig absetzen. Bei der Bewertung der Rückenfarbe muss man sich zwangsläufig an der Schildfarbe orientieren. Im Idealfall stimmen beide überein. Eine dunklere Rückenfarbe ist zwar züchterisch besonders wertvoll, sollte aber nicht zwingend gefordert werden. Ein melierter, mit weißlichen Flecken oder gar weißen Federn durchsetzter Rücken schließt von der Note "sg" aus. Schwingenschilf gilt als grober Fehler, vererbt sich stark und ist daher hart zu strafen. Farbliche Aufhellungen der Handschwingen, die von den Schwingendeckfedern abgedeckt werden, bleiben bei der Bewertung unberücksichtigt. leichte Aufhellungen sind noch als Wunsch zu formulieren. Ist die "Aufhellung" jedoch bis zur Hälfte (oder mehr) der Schwingenlänge sichtbar und dabei auch noch einige Millimeter breit, so gilt das als grober. Fehler. Tiere, die in der Bindengegend dunkle, schwarze Farbreste zeigen, die in der Züchtersprache als "Ruß" bezeichnet werden, können nicht zur Note "sg" kommen. nach oben

Blau mit schwarzen Binden:
An die Form sind höchste und an die Größe hohe Anforderungen zu stellen. Die ideale Bindenführung wären zwei lange, nicht zu breite und keilige, parallel verlaufende Binden. Außerdem sollten diese von möglichst intensiv schwarzer Farbe und ohne Rosteinlagerungen sein. Da ein Strasser mit der gewünschten Größe auch eine etwas breitere Feder hat, lässt sich das mit dem Wunsch nach einer möglichst schmalen Binde nur bedingt vereinbaren. Daher sollte auch eine etwas breitere Binde toleriert werden, um vor allem die zweite in. ihrer Substanz nicht zu gefährden. Ein Ansatz zur dritten Binde sowie eine nur angedeutete zweite Binde schließen von der Note "sg" aus. Bindenrost hat die Note "b" zur Folge, Rost oder Schilf in den Schwingen schließen von der Note "sg" aus. Sind die Binden auf den beiden Flügeln von unterschiedlicher Qualität, dann sollte stets die bessere Binde als Gradmesser dienen; denn die schlechtere könnte vergriffen sein. Rücken- und Keilfarbe sowie Keilzeichnung sind, genauso wie bei Hohlbau, zu bewerten. Blaue oder auch weniger intensiv durchgefärbte Flecken im weißen Zeichnungsfeld, z. B. am Flügelbug, Bauch oder über den Schenkeln, sind als Mangel einzustufen und lassen daher kein "sg" zu. Die Binden sind bei diesem Farbenschlag zwar ein wesentliches Rasseattribut und sollten für hohe Bewertungen unseren Anforderungen genügen. Die wesentlichste Voraussetzung für hohe Noten ist jedoch die typische Strasserform.

Blaugehämmert:
An die Form und Größe sind höchste Anforderungen zu stellen. Ein Gehämmerter wirkt erst durch das richtige Farbspiel in seiner Gesamterscheinung vollendet. Dazu gehört auch die richtige Hämmerungsverteilung und zwar zu ca. 40 % in der blauen Schildgrundfarbe (nicht aschgrau) und zu ca. 60 % in der intensiven schwarzen Hämmerungsfarbe. Dabei sollten die Farben klar abgegrenzt sein, nicht ineinander verlaufen und einen scharfen Kontrast bilden. Da die einzelnen Federn des Flügelschildes von unterschiedlicher Größe sind, wird die Hämmerung am Flügelbug und auf den Schultern (wo die kleinsten Federn zu finden sind) meist etwas voller sein als im unteren Drittel des Schildes. Rost in den Binden oder gar in der Hämmerungsfarbe sowie Schwingenschilf gilt als Mangel. Langfristig werden rostfreie Schwingen angestrebt. Zur Zeit ist mit etwas Schwingenrost noch eine Benotung bis zum "hv" möglich. Hämmerung im Rücken wird nicht verlangt, gilt zur Erhaltung der Farbstoffreserven aber als besonders wertvoll. Eine leichte Hämmerung der Kopffarbe ist nicht zu strafen, wenn dadurch das Gesamtbild nicht beeinträchtigt wird. Mehr oder weniger intensiv durchgefärbte Flecken am Bauch, Flügelbug, über den Schenkeln usw. sind unbedingt als negative Bewertungskriterien zu sehen. Rücken- und Keilfarbe sowie Keilzeichnung sind genauso wie bei Hohlbau zu bewerten. nach oben

Schwarz:
Nach dem heutigen Zuchtstand können mittlerweile an die Form und Größe höchste Anforderungen gestellt werden. Ein intensives schwarz mit möglichst viel Grünlack (1.0 mehr als 0.1) wird gefordert. Am ausgeprägtesten zeigt er sich am Latz, dann am Kopf und im Rücken und leider oft weniger intensiv auf dem Flügelschild. Sehr lackreiche Tiere zeigen diesen sogar im Keil, den "Hosen" und in den Armschwingen. Die Handschwingen und Schwanzfedern zeigen keinen Lack. Die Schwingenfarbe sollte nach Möglichkeit auch tiefschwarz sein. Tiere, die nur Violettlack zeigen, sind normalerweise nicht sg-würdig und können nur in Ausnahmefällen bei sonstigen überragenden Rasseattributen zum "sg" (nicht "hv") kommen. Bei der Beurteilung ist jedoch äußerste Vorsicht geboten. So zum Beispiel, wenn sich die Tageslichtverhältnisse durch den Einfluss von Sonne und Wolken laufend ändern oder die Lichtverhältnisse in der Halle je nach Standort von unterschiedlicher Güte und somit unzureichend sind. Dann muss man das Tier unbedingt in die Hand nehmen und durch mehrfachen Positionswechsel ins rechte Licht rücken, um zu keinem falschen Urteil zu kommen. Eine matte oder gar zum bräunlichen tendierende Farbe schließt von der Note "sg'" aus. Als Mangel ist eine bräunliche brikettähnliche Schwingenfarbe, Schwingenschilf und ein weißer Keilfleck einzustufen. Hat ein Jungtier noch Nestschwingen zu mausern, ist eine etwas dunkle Beinfarbe zu tolerieren. Vor allem bei Jungtieren muss der Augenrand mindestens dunkelgrau, besser natürlich schwarz sein, da mit zunehmenden Alter der Augenrand ohnehin meist aufl1ellt. Helle Augenränder schließen von der Note "sg" aus.

Rot und Gelb:
An die Form und Größe sind hohe Anforderungen zu stellen. Bei den Roten wird ein intensives sattes Rot mit möglichst reichlich Grünlack verlangt. Aber auch roter Glanz ist gleichfalls zugelassen und entwertet nicht. Zu strafen ist eine ungleichmäßige stumpfe Farbe sowie bläulicher Anflug, der sich vornehmlich in der Keil-, Rücken- und Schwanzpartie zeigt. Bei gelb wird ein möglichst intensives Goldgelb mit zumindest leichtem Glanz verlangt. Zurückzusetzen sind Tiere mit stumpfer, ungleichmäßiger, strohgelber oder rotgelber (für die Zucht unter Umständen hervorragend geeignet) Farbe sowie mit bläulichem Anflug. Bei beiden Farbenschlägen sind Tiere mit stark "haarigem" Flügelschild unter "sg" einzustufen. Dieses gilt ganz besonders, wenn dieser Mangel auch noch in Verbindung mit einer helleren Farbe auftritt. In Anbetracht der Kenntnis, dass Tiere mit glatter Schildfeder meist eine hellere Farbe zeigen und andererseits mit dunkler Farbe oft sehr "haarig" sind, gilt bis auf weiteres folgende Empfehlung: Solange sich die etwas weiche (nicht raue) Feder auf die Bindengegend beschränkt und evtl. nur in ganz geringem Ausmaß auf das Flügelschild übergeht, sollte das zunächst auch für hohe Bewertungen toleriert werden. Voraussetzung ist dann aber die gewünschte intensive Farbe. Auf ausreichend durchgefärbte Schwingen ist zu achten, Schilf gilt ebenso wie ein weißer Keilfleck als Mangel. Helle Nestschwingen sind nicht zu strafen, sondern lediglich bei der Abstufung mit qualitativ gleichwertigen durchgemauserten Tieren zu berücksichtigen. Weiterhin ist auf die richtige Kopfform (nicht keilig), mit ausreichender Stirnbreite und -fülle zu achten. nach oben

Von den sieben fahlen Farbenschlägen gehören die Rot- und Gelbfahlen sowie die Rotfahl- und Gelbfahl-Gehämmerten nicht mehr zu den Seltenen. Daher gilt für diese gleichermaßen: An die Form und Größe sind höchste Ansprüche zu stellen. Um langfristig eine intensive Binden- und Hämmerungsfarbe zu gewährleisten, sollte zumindest auf den Innenfahnen der Handschwingen und im Latz ausreichend Farbstoff vorhanden sein. Die Kopffarbe sollte nicht rein rot oder gelb sondern zumindest in den Partien ums Auge und an der Kehle möglichst mit dem Flügelschild übereinstimmen - also fahl sein. Die Hämmerung ist auf breiter Basis noch kontrastreicher anzustreben. Dazu gehört neben einem gleichmäßigen Zeichnungsbild eine intensive Hämmerungsfarbe und eine reine Schildgrundfarbe. Bläulicher oder gar blauer Anflug, vornehmlich am Kopf, Schwanz, Keil oder gar in der Hämmerung, gilt beim Täuber als Mangel. Genetisch bedingt ist bei Täubinnen ein leicht bläulicher Anflug im Keil, Schwanz und im geringen Maße in der Partie ums Auge zu tolerieren. Zeichnungsfehler oder Kahlstellen im Keil werden wie bei Hohlbau geahndet.

Rotfahl:
Die Schildfarbe wünschen wir uns beim Täuber in einem hellen, silbrigen Grau - ähnlich der Farbe von Zigarrenasche - mit einem leicht rätlichen Schimmer. Die Täubinnen zeigen geschlechtsgebunden einen bräunlichen Farbton und vornehmlich in den Rücken-, Schwanz- und Keilpartien ein etwas dunkleres Grau. Tiere mit mattbrauner Bindenfarbe - vor allem beim 1.0 wird ein intensives rotbraun gefordert - oder ohne roten Farbstoff im Latz sind zurückzusetzen. Eine leicht aufgehellte (absetzende) Rückenfarbe ist zur Zeit noch wohlwollend zu beurteilen, wird aber gut durchgefärbt angestrebt. Täuber mit "Tintenflecken" in den Schwingen und der Schwanzpartie dürfen ab sofort nicht mehr zum "sg" kommen. Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass die Schnabelfarbe vornehmlich beim Täuber in Reinerbigkeit aufhellt. Ob das nun gleichmäßig vom Schnabelansatz bis zur -spitze geschieht oder leicht fleckig wirkt, sollte die Notenfindung nicht beeinflussen. Täubinnen haben mehrheitlich eine schwarze Schnabelfarbe und wenn Aufhellungen gezeigt werden, dann sollte das nicht negativ gesehen werden. Leichte rote Farbspritzer im Flügelschild werden beim Täuber bis zum "sg E" toleriert. Täubinnen müssen ein farblich reines Flügelschild zeigen.

Rotfahl-Gehämmert:
Farblich gelten die gleichen Forderungen wie bei Rotfahl. Nur ist durch den zusätzlichen Härnmerungsfaktor mehr Farbstoff vorhanden, der auch insgesamt eine etwas intensivere Farbe bewirkt. Mehr oder weniger intensiv ausgeprägte farbliche Unreinheiten am Bauch, Flügelbug oder Über den Schenkeln sind je nach Intensität unbedingt bei der Kritikgestaltung als Wunsch oder Mangel zu berücksichtigen. Eine gleichmäßigere kontrastreichere Hämmerungsverteilung ist jetzt vorrangig anzustreben. Dabei soll die Schildgrundfarbe rein (nicht "rußig"), fahl und ohne bläulichen Anflug sein.
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Gelbfahl:
Der Täuber sollte eine gelblich-rahmfarbige (etwas intensiver als Elfenbein) Schildfarbe zeigen, die sich aber klar von der weißen Grundfarbe abheben muss. Die Täubinnen sind farblich etwas dunkler (grauer) und in der Hinterpartie (Rücken, Schwanz, Keil) teilweise sogar noch etwas dunkler. Die Bindenfarbe sollte ein sattes Gelb (Goldgelb) zeigen. Die Schnabelfarbe wird hellhornfarbig (nicht wachsfarbig) gefordert, wobei ein dunkler Stip toleriert wird. Vor allem Jungtiere sollten diese Forderung erfüllen, da die Schnabelfarbe bei Alttieren ohnehin leicht nachdunkelt. Beide Geschlechter müssen ein farblich reines Flügelschild zeigen. Rücken und Keil dürfen gut durchgefärbt verlangt werden.

Gelbfahl-Gehämmert:
Es gelten die gleichen farblichen Anforderungen wie bei Gelbfahl. Durch den zusätzlichen Hämmerungsfaktor ist auch hier die Farbe wiederum etwas intensiver. Farbliche Unreinheiten a~ Bauch usw. sind wie bei den Rotfahl-Gehämmerten zu ahnden.

Blaufahl:
Aufgrund der Ahnen sind Form und Größe sehr gut. Die Schildfarbe der bindigen Coburger Lerche ist das angestrebte Zuchtziel, die aber keinesfalls zu sehr zum blau tendieren sollte. Auch hier sind die Täubinnen etwas dunkler als die Täuber. Die Schnabelfarbe wird hellhornfarbig mit dunklem Stip angestrebt und ist zur Zeit auch noch in dunklerer Version zu tolerieren. Mattschwarz (dunkelschieferfarbig) und ohne Rost ist die geforderte Bindenfarbe. Auch die Schwingenfarbe kann ohne Rost und Schilf verlangt werden. Eine leicht aufgehellte Rückenfarbe ist zur Zeit noch wohlwollend zu beurteilen.

Blaufahl-Gehämmert:
Es werden grundsätzlich die gleichen Anforderungen wie bei Blaufahl gestellt. Als Hämmerungsfarbe wird ein zartes Schiefergrau, ähnlich wie bei den gelerchten Coburger Lerchen, angestrebt. Rost in der Hämmerungsfarbe oder in den Binden gilt als Mangel.
Rotfahl-, Gelbfahl- und Blaufahl ohne Binden: nach oben

Wie bei den rot-, gelb- und blaufahlen Ahnen werden auch hier die gleichen Anforderungen gestellt, lediglich das Kriterium Binden fällt weg. Dadurch sind aber auch weniger Farbstoffreserven vorhanden, die einem allgemeinen Aufhellen der gesamten Farbe entgegenwirken könnten. Daher sollten unbedingt ausreichend Farbpigmente im Latz (ein helles Silber genügt nicht) und in den Schwingen vorhanden sein. Rücken und Keil dürfen gut durchgefärbt verlangt werden. Deutlich sichtbare Farbspritzer in der Bindengegend sind ein Mangel.

Blau mit weißen Binden:
Bei genauer Betrachtung ist dieser Farbenschlag zur Zeit nicht existent. Damit die Anerkennung im offiziellen Standard erhalten bleibt, werden bis auf weiteres alle Blau-Weißbindigen mit im geschlossenem Zustand des Flügels dunkel erscheinenden Schwingen und dunklen Schwanzfedern als Blaue mit weißen Binden ausgestellt und bewertet. In der Regel werden diese Federn im unteren Bereich, der durch die Schwingen- und Schwanzdeckfedern abgedeckt ist, mehr oder weniger stark aufgehellt oder gar schilfig sein. Das bleibt bei der Bewertung zur Zeit unberücksichtigt und hat somit keinen Einfluss auf die Benotung. Diese Regelung bleibt bestehen, bis es unseren Züchtern gelungen ist, diesen Farbenschlag mit dem Faktor Toy Stencil neu zu erzüchten. Diese Vereinbarung wurde im Einvernehmen mit unseren Züchtern getroffen und die Sonderrichter sind angewiesen, das auf den Sonderschauen in die Praxis umzusetzen. Die gewünschte Form und Größe wird von einzelnen Tieren gezeigt und ist auf noch breiterer Basis anzustreben. Als weiteres Zuchtziel gelten neben der exakten Bindenführung reinweiße Binden ohne Rost, aber mit einem möglichst schwarzen Saum. diesbezüglich wird man in naher Zukunft keine hohen Ansprüche stellen können; denn bei der Erzüchtung dieses Farbenschlages sind in diesen Punkten erfahrungsgemäß besondere Schwierigkeiten zu erwarten. Der Werdegang dieses Farbenschlages ist in den nächsten Jahren genau zu verfolgen und Entscheidungen über bevorzugte Bewertungskriterien werden unter Umständen von Jahr zu Jahr fallen müssen, um den Farbenschlag auch wirklich zu fördern.

Hellblau mit weißen Binden:
Dieser Farbenschlag wurde 1995 vom Bundeszuchtausschuss neu bei den Strassern zugelassen. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch um keine Neuzüchtung, sondern es ist der Farbenschlag (Dominant Opal) wie er von jeher bei den Strassern gezeigt wurde und fälschlicherweise als blau mit weißen Binden ausgestellt wurde. Außer der Farbenschlagbezeichnung ändert sich also nichts. Die gewünschte Größe wird von einigen Tieren gezeigt und ist auf noch breiterer Basis anzustreben. Ob dabei das Körpervolumen der Hohlblauen erreicht werden kann, muss nach heutigen Erkenntnissen bezweifelt werden. Vor allem die Täubinnen zeigen mehrheitlich eine sehr gute Form, während die Täuber häufig mehr Brusttiefe zeigen dürften. Spiegel- und Schilfschwingen bzw. - schwanz sind eine Besonderheit dieses Farbenschlages. Bindensaum darf nicht gefordert werden. Diesbezüglich sollten bei der Bewertung jedoch keine überzogenen Anforderungen gestellt werden; denn wir haben es hier mit einem relativ seltenen Farbenschlag zu tun. Die Bindenfarbe wird ohne Rost angestrebt. Bei der Beurteilung der Rücken- und Keilfarbe sollte man zur Zeit leichte Aufhellungen nicht als Mangel einstufen. nach oben

Blau-Weißgeschuppt:
Die Spitzentiere dieses Farbeschlages (Toy Stencil) sollten bezüglich der Form und Größe hohen Anforderungen genügen. Ein festeres Nackengefieder, eine dunklere Rückenfarbe und eine korrektere Nackenzeichnung sind auf noch breiterer Basis anzustreben und zur Zeit noch zuchtstandbezogen und nicht zu hart zu beurteilen. Eine klare, gut abgesetzte und gleichmäßige Schuppung, die sich gut von der Grundfarbe abhebt, wird angestrebt. Vorbild für diese Zielsetzung sind die blauweißgeschuppten Luchstauben. Als weiteres Zuchtziel gelten reinweiße Binden mit einem möglichst schmalen schwarzen Saum. Rosteinlagerungen auf dem Flügelschild und in den Binden gelten als Mangel.

Hellblau-Weißgeschuppt:
Dieser Farbenschlag (Dominant Opal) wurde 1995 vom Bundeszuchtausschuss neu anerkannt. Genau wie bei den Blauen mit weißen Binden war er jedoch von jeher existent und wurde nur unter. der falschen Farbenschlagbezeichnung ausgestellt. An die Form und Größe sind hohe Anforderungen zu stellen. Vor allem die Täuber zeigen häufig noch eine mangelnde Brusttiefe. Hell auslaufende oder schilfige Schwingen- und Schwanzfedern gehören zu diesem Farbenschlag. Die vergleichsweise nicht so ausgeprägte "Dreiecksschuppung" ist nicht so kontrastreich wie bei den Blau-Weißgeschuppten und neigt außerdem zum Verblassen. Bindensaum kann nicht verlangt werden. Rosteinlagerungen auf dem Flügelschild sind als Mangel zu sehen. Die Keilfarbe kann gut durchgefärbt verlangt werden. Kleine Zugeständnisse sind zum Teil noch bei der Rückenfarbe angebracht, wenn diese nicht ganz so intensiv durchgefärbt ist.

Schwarz, Rot und Gelb mit weißen Binden:
Das vorrangigste Zuchtziel ist zwar die Vervollkommnung der Form, jedoch können in dieser Beziehung und an die Größe zur Zeit noch keine so hohen Anforderungen gestellt werden. Auch ist die Farbe noch nicht so intensiv und lackreich wie bei den Hauptfarbenschlägen. Sind die Schwingen- oder Schwanzfedern farblich aufgehellt oder auch schilfig, sollte das zunächst nur als Wunsch und nicht als Mangel formuliert werden. Reinweiße Binden werden angestrebt. Toleranz ist bei der Bewertung der Bindenführung, Augenränder und Schnabelfarbe angebracht. nach oben

Schwarzgesäumt:
Dieser jetzt doch nicht mehr ganz so seltene Farbenschlag ist vielfach in Form und Größe sehr gut. Ein endgültiges Urteil zur Größe sollte man nicht ohne Handbewertung fällen, da es selten Blender sondern fast nur "Tiefstapler" gibt. Übergroße Lätze müssen nicht mehr uneingeschränkt toleriert werden. Jungtiere mit kleinen dunklen Irispünktchen sollten nur .in Verbindung mit sonstigen überragenden Qualitätsmerkmalen noch zum "sg" kommen (nur bei diesem Farbenschlag!) Bei Alttieren kann man eine reine Iris verlangen. Helle Augenränder und farbliche Unreinheiten an den Schenkeln, Bauch usw. müssen weiter zurückgedrängt werden und sind je nach Intensität als Wunsch oder Mangel zu formulieren. Ein gut durchgezeichneter Rücken und Keil muss angestrebt werden und es sollte zumindest Farbstoff ohne größere Unterbrechungen vorhanden sein. Eine oder gar mehrere weiße Schwingen lassen auch bei diesem Farbenschlag kein "sg" zu. Ist zumindest etwas (und sei es noch so geringfügig) Farbstoff an der Federspitze oder am Federschaft vorhanden, so gilt die Schwinge als "farbig". Reinweiße Binde, ohne Rost, gelten als weiteres Rasseattribut. Eine leicht bläuliche oder matte Farbe (vor allem am Kopf) ist je nach Intensität als Wunsch oder Mangel zu sehen.

Rot- und Gelbgesäumt:
Diese beiden Farbenschläge wurden 1995 von geschuppt in gesäumt umbenannt, um den Züchtern ein klares Zuchtziel vorzugeben. Beide Farbenschläge gehören zu den Raritäten und an die Form und Größe dürfen noch keine allzu großen Anforderungen gestellt werden. Wohlwollend sind auch die Schnabelreinheit, Augenrandfarbe sowie die Schwingen- und Schwanzfarbe und kleine farbliche Unreinheiten im weißen Zeichnungsfeld zu beurteilen. Das Rot und Gelb ist selten intensiv, trotzdem sollte man die beiden Farbenschläge klar unterscheiden können. Zuchtziel sind zwar reinweiße Binden, doch weder hier, noch an die Reinheit der Schildgrundfarbe kann man zur Zeit hohe Anforderungen stellen. Im Gegensatz zu den Schwarzgesäumten haben die Rot- und Gelbgesäumten keine reinweiße Schildfeder mit farbigem Saum. Bei letzteren ist die Schildfeder cremefarbig und daher das gesamte Zeichnungsbild nicht so kontrastreich. Ob diesbezüglich züchterische Verbesserungen durch konsequente Zuchtauswahl zu verwirklichen sind, muss abgewartet werden. Zur Zeit müssen die züchterischen Bemühungen vorrangig der Verbesserung der Form und Größe gelten. Erfahrungsgemäß ist diese Aufgabe schwer zu verwirklichen und es ist zur Zeit nicht bekannt, welcher begrenzende Faktor hier unter Umständen hinderlich wirkt.nach oben

Hansjörg Gradert